Frauenmörder von Mespelbrunn gesteht

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Der Angeklagte Alexander R. steht im Gerichtssaal des Landgerichts Aschaffenburg (Unterfranken). Der mutmaßliche Frauenmörder von Mespelbrunn übernahm im Prozess erstmals die Verantwortung für den Tod einer dreifachen Mutter aus dem Spessart.

Aschaffenburg - Der  wegen Mordes angeklagte Mann, der eine dreifache Mutter in Mespelbrunn erstochen haben soll, hat die Verantwortung für den Tod des Opfers übernommen. Das Gericht muss nun entscheiden, wie es das wertet.

Überraschende Wende im Mespelbrunner Frauenmordprozess: Nach Monaten eisernen Schweigens hat sich der Angeklagte erstmals zum gewaltsamen Tod einer dreifachen Mutter aus dem Spessart geäußert. “Ich übernehme die volle Verantwortung für den Tod von Carmen Spielmann“, ließ der 38-jährige Alexander R. über seinen Anwalt vor dem Landgericht Aschaffenburg erklären. Den drei Kindern der Frau hätte nicht Schlimmeres zugefügt werden können, ließ de Angeklagte wissen. “Ihren seit dem 25. Juli 2008 bestehenden Schmerz durch den endgültigen Verlust ihrer Mutter kann ich durch nichts mehr wieder gutmachen.“ Nie habe er die 32-jährige Frau bedroht oder verletzen wollen. “Schon gar nicht wollte ich ihren Tod“, hieß es in der Erklärung. Er bedaure sein Verhalten und entschuldige sich bei allen, denen er Unrecht getan habe.

Die Kammer muss nun entscheiden, ob sie diese Worte als Geständnis bewertet.

Mit diesem Phantombild wurde Alexander R.  gesucht.

Alexander R. steht unter anderem wegen Mordes, schweren Raubes, schwerer räuberischer Erpressung, erpresserischem Menschenraub und Geiselnahme vor Gericht. Am 25. Juli 2008 soll er vor dem Schlosshotel Mespelbrunn (Landkreis Aschaffenburg) seine große Liebe Carmen Spielmann erstochen haben. Die verheiratete Frau erwiderte nach Erkenntnissen der Anklage die Liebe des 38-Jährigen nicht. Wahrscheinlich konnte der Angeklagte das nicht akzeptieren und hat sie deshalb umgebracht. Zeugen gibt es für die Tat nicht.

Ein Jahr war Alexander R. auf der Flucht

Seit fast einem Jahr sitzt Alexander R. im Gefängnis. Bisher hat er stets zu dem Mordvorwurf der Staatsanwaltschaft geschwiegen. Lediglich den Raubüberfall auf seine Verwandten während seiner einjährigen Flucht gab er über seine Verteidiger zu.

In der am achten Verhandlungstag verlesenen Erklärung hieß es, der Angeklagte habe erst drei Tage nach der Tat erfahren, dass Carmen tot ist - “in einem Laden, in dem es einen PC mit Internetanschluss gab“. “Da ich niemals vorhatte, Carmen Spielmann zu töten, war dies für mich ein schwerer Schock. Tagelang befand ich mich in einem Trancezustand.“ Weitere Angaben zu der Bluttat wollte der Angeklagte aber nicht machen. Nach dem Prozess werde er den Kindern, Eltern und Geschwistern des Opfers “wahrheitsgemäß sowie umfassend Rede und Antwort“ stehen. Den Kindern will der Angeklagte finanziell helfen.

Der Tod der dreifachen Mutter und die Jagd nach dem Spessartmörder hatten über Unterfranken hinaus monatelang für Aufsehen gesorgt. Nach dem Verbrechen hatte sich Alexander R. ein Katz-und-Maus-Spiel mit den Ermittlern geliefert, war der Polizei mindestens einmal knapp entkommen. Schließlich war er in Frankreich geschnappt worden.

Das Urteil in dem Prozess sollte bisher Ende Juni gesprochen werden. Möglicherweise wird das Verfahren aber nun abgekürzt. Am 14. Juni soll der psychiatrische Sachverständige sein Gutachten über den Angeklagten präsentieren.

lby

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