Funk-Protokoll: Das passierte beim Polizistenmord

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Trauer um Mathias Vieth

Augsburg - Mit stockender Stimme hat ein Augsburger Polizist um 3.19 Uhr durchgegeben: "Kollege verstorben." Ein Funkprotokoll beschreibt die Minuten vor dem grausamen Mord an Mathias Vieth.

Die Ermittlungen im Augsburger Polizistenmord laufen auf Hochtouren. Nach Berichten der Bild-Zeitung ist die im Wald gefundene Pistole nicht die Mordwaffe. Von den Tätern fehlt weiter jede Spur. 

Der Schock sitzt unterdessen tief. Mathias Vieth wird heute beerdigt. Sein letzter Einsatz als Polizist ist in einem Funk-Protokoll genauestens festgehalten. Es beschreibt die letzten 30 Minuten im Leben des 41-jährigen Polizeihauptmeisters. Die folgenschwere Verfolgungsjagd begann am vergangenen Freitag um 2.49 Uhr.

Beerdigung von Mathias Vieth

Polizistenmord: Beerdigung in Königsbrunn

2.49 Uhr: Mathias Vieth steuert den Streifenwagen, seine Kollegin Diana K. (30) gibt per Funk durch, dass sie ein Motorrad verfolgen und Verstärkung brauchen.

2.52 Uhr: Die Polizistin gibt den Standort durch: "Es geht über den Hochablass." Das ist die Lech-Brücke, über die die Verdächtigen fliehen. Während sie mit dem Motorrad problemlos passieren können, muss Mathias Vieth in einer Z-Kurve rangieren. Die Flüchtigen gewinnen Vorsprung, kommen aber im Siebentischwald zu Fall.

Um 2.53 Uhr fallen die ersten Schüsse

2.53 Uhr: Diana K. schreit in ihr Handfunkgerät: "Beide Personen vermummt. Schussabgabe." Aus etwa zehn Metern Entfernung hat der Fahrer des Motorrads das Feuer eröffnet, die Polizisten schießen zurück. Es dauert nur Sekunden, dann fliehen die Verfolgten in den Wald. Mathias Vieth liegt am Boden.

2.58 Uhr: "Kollege verletzt", funkt Diana K.

2.59 Uhr: Die Polizistin fordert erneut Verstärkung an und ruft einen Notarzt. Zur gleichen Zeit kommen zwei Streifenwagen zum Tatort. Der Hubschrauber kann wegen des Nebels nicht landen.

3.01 Uhr: Ein Polizist gibt per Funk durch, dass das Motorrad noch vor Ort ist. Der Notarzt kämpft zu dieser Zeit um das Leben von Mathias Vieth.

3.16 Uhr: "Kollege schwer verletzt", gibt ein Beamter per Funk durch.

3.19 Uhr: Der Notarzt kann nichts mehr machen. Mathias Vieth wurde in den Kopf und in den Hals getroffen. Mit stockender Stimme gibt ein Beamter durch: "Kollege verstorben."

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