Geburtshäuser vor dem Aus?

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Hebamme Beate Aus dem Moore liest im Mutterpass einer Schwangeren. Die Entbindung in Geburtshäusern erfolgt in gemütlicher, häuslicher Umgebung.

Augsburg - Wegen hoher Versicherungsbeiträge lohnt sich der Hebammenberuf für viele Freiberufler immer weniger.  Nicht nur eine Augsburger Einrichtung sucht händeringend nach Mitarbeiterinnen.

Die Zukunft vieler Geburtshäuser ist nach Einschätzung von Betreibern ungewiss. Ohne finanzielle Hilfe von außen hätten vor allem kleine außerklinische Einrichtungen kaum Überlebenschancen, sagte die Leiterin des Augsburger Geburtshauses, Petra Maoro, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. „Es rechnet sich einfach nicht für die Hebammen.“ Grund sei vor allem der hohe Beitrag zur Berufshaftpflichtversicherung. Nach Angaben des Bayerischen Hebammenlandesverbandes liegt er für freiberufliche Hebammen bei 3689 Euro im Jahr und steigt zum 1. Juli um 15 Prozent.

An Geburtshäuser wenden sich Frauen, die nicht in einer Klinik entbinden wollen. Die Einrichtungen werden von Hebammen geleitet. Maoro betreibt das Haus in Augsburg seit Ende vergangenen Jahres allein. „Vier Augen und Hände sind einfach besser“, sagte sie. Doch sie finde keine Mitarbeiterinnen.

Berufsanfängerinnen haben es am schwersten

Besonders für Berufsanfängerinnen lohne sich die Arbeit finanziell nicht mehr. Sie könnten maximal vier Stunden pro Geburt abrechnen und bekämen dafür rund 165 Euro. Trotzdem müssten sie den vollen Versicherungsbeitrag zahlen. Die Einrichtung begleite pro Jahr etwa 20 Geburten und einige Hausgeburten. Alle kleineren Häuser hätten mit denselben finanziellen und personellen Problemen zu kämpfen, sagte Maoro.

Der Hebammenlandesverband schätzt die Zahl der Geburtshäuser in Bayern auf 20. „Das Recht auf freie Wahl des Geburtsortes muss erhalten bleiben“, forderte Maoro. Sie will einen Förderverein aus Eltern und Sponsoren gründen, um Berufsanfängerinnen Teile der Versicherungssumme zu zahlen und die Weiterführung des Geburtshauses zu gewährleisten. „Die Politik interessiert sich überhaupt nicht für die Haftpflicht-Problematik“, kritisierte sie. Die Augsburger Einrichtung gibt es den Angaben zufolge seit 11 Jahren.

dpa

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