Wer schnappte sich die Million?

Oberthulba - Keine Qui­zshow, sondern ein Kriminalrät­sel: Wer ist der frisch gebackene Millionär von Oberthulba? Unvorstellbar, was dem Fahrer eines Geldtransporters aus Unterfranken widerfahren sein soll.

In voller Fahrt soll sich die Heck­klappe seines Wagens geöffnet haben, wobei drei Kof­fer mit insgesamt einer Million Euro offenbar auf die A 7 gepurzelt sind. Nun ist die Kohle fort – und ganz Bayern fragt sich: irre Räu­berpistole der Transporterbesat­zung oder wahnsinniges Finderglück eines Reisenden?

Die Polizei rekonstruierte bisher folgendes Geschehen: Am Mon­tag gegen 6.30 Uhr startete ein Transporter der Firma ITT vom Firmensitz in Oberthulba. Das Unternehmen mit Zentrale in Er­furt bestückt Geldautomaten und beliefert die Bundesbank in Frankfurt. Nach zwei Kilometern Fahrt biegen die Männer auf die A 7 in Richtung Süden ein.

Poli­zeisprecher Karl-Heinz Schmitt: „Kurz nach der Anschlussstelle Bad Kissingen/Oberthulba wur­den die Fahrer dann durch einen akustischen Alarm darauf auf­merksam gemacht, dass die Türe ihres Fahrzeuges offen stand.“

Daraufhin soll die Besatzung an­gehalten und dabei zunächst das Fehlen ei­nes silbernen Koffers bemerkt ha­ben. Sie fuhren weiter bis zur An­schlussstelle Hammelburg und dann zurück zum Startpunkt. „Als sie zu ihrem Firmen­sitz zurückgekehrt waren, stellte sich heraus, dass sogar drei Kof­fer verschwunden waren“, so Polizeisprecher Schmitt.

Drei Milliarden Euro werden auf deutschen Autobahnen täglich transportiert – aber dass sich eine Heckklappe einfach öffnet, hat man selbst bei der Bundesvereini­gung Deutscher Geld- und Wert­dienste noch nicht gehört. Glaubt die Polizei daher den Angaben der Geldtransporteure? „Wir er­mitteln in alle Richtungen“, sagt der Polizeisprecher vieldeutig.

Zumindest scheinen aber die Zeu­genaussagen die Version der bei­den Fahrer zu bestätigen. Dem­nach meldeten sich unabhängig voneinander mehrere Personen, denen die drei 40x40x30 Zenti­meter großen Koffer am Fahr­bahnrand der A 7 aufgefallen wa­ren. Doch Suchmaßnahmen mit einem Großaufgebot der Polizei, darunter auch ein Hubschrauber, blieben erfolglos. Schmitt: „Es muss irgendjemand angehalten und die Koffer eingepackt ha­ben.“

Nun sucht die Kripo Schweinfurt nach Zeugen, die am Montagmor­gen gegen 6.30 Uhr ein haltendes Auto im Bereich der Autobahn­auffahrt Oberthulba in Richtung Würzburg gesehen haben. Viel­leicht meldet sich aber auch der „Finder“ selbst – denn noch käme er straffrei davon. Und könnte sich sogar Hoffnung auf legale drei Prozent Finderlohn ma­chen: Satte 33 000 Euro – statt drei Jahre Haft für Fundunter­schlagung.

Sollte sich aber im Laufe der Er­mittlungen eine Verwicklung der Fahrer herausstellen, drohen ih­nen wegen Untreue in besonders schwerem Fall bis zu zehn Jahre Knast!

tz

Rubriklistenbild: © dpa

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