Prügelvorwürfe gegen Gemeinschaft

Gericht hört Eltern von Sekte "Zwölf Stämme" an

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Hier bei Deiningen (Bayern lebt die Glaubensgemeinschaft der "Zwölf Stämme"

Ansbach/Nördlingen - Nach dem vorläufigen Entzug des Sorgerechts für die Kinder der Sekte „Zwölf Stämme“ beginnen heute (Freitag) bei den Familiengerichten die Anhörungen der Eltern.

Zunächst will das Amtsgericht Ansbach wegen zehn Kindern verhandeln, die in der vergangenen Woche von den Behörden aus der Gemeinschaft der „Zwölf Stämme“ im mittelfränkischen Wörnitz geholt wurden. Das Amtsgericht Nördlingen will ab kommenden Mittwoch die Mütter und Väter 30 weiterer Buben und Mädchen anhören, die vom schwäbischen Gutshof Klosterzimmern in Deiningen (Landkreis Donau-Ries) stammen. Während die Verfahren in Nördlingen mehrere Tage dauern werden, will das Familiengericht Ansbach die Anhörungen noch heute abschließen.

Nach erneuten Berichten über Gewalt an Kindern bei der umstrittenen Glaubensgemeinschaft hatten die Gerichte angeordnet, dass die insgesamt 40 Kinder und Jugendlichen im Alter von wenigen Monaten bis 17 Jahre abgeholt und in Pflegefamilien untergebracht werden. Bereits seit Jahren gibt es Prügelvorwürfe gegen die Sekte, ein Ermittlungsverfahren wurde von der Augsburger Staatsanwaltschaft allerdings erst im August eingestellt. Inzwischen hat die Staatsanwaltschaft ein neues Verfahren eingeleitet. Die Sekte hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Auf der Homepage der Gemeinschaft wird die Polizeiaktion in Klosterzimmern und Wörnitz als „staatlicher Kinderraub“ bezeichnet.

dpa

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