Im Prozess gegen Bordellaufpasser

Gericht lässt Menschenhandels-Vorwurf fallen

Schweinfurt - In den Prozessen um Menschenhandel in einem Schweinfurter Bordell droht einem der Aufpasser nur noch eine Verurteilung wegen schwerer Körperverletzung. Das Urteil folgt am Mittwoch.

Staatsanwalt Johannes Koschek stimmte der Einschätzung des Landgerichts zu, dass der Vorwurf des versuchten Menschenhandels gegen das „kleinste Licht“ des Etablissements sich nicht bestätigt habe. Er beantragte am Freitag eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren, weil der 33-Jährige gestanden hatte, eine Prostituierte zu Boden geschubst und einen Mann verprügelt zu haben.

Der Chef des Bordells soll Frauen mit Gewalt und Drohungen zur Prostitution gezwungen haben. Weil nur ein kleiner Teil der Anklage den Aufpasser betraf und dieser früh ein Geständnis abgelegt hatte, war sein Verfahren abgetrennt worden. Der Verteidiger plädierte auf ein Jahr und drei Monate Haft auf Bewährung. Das Urteil wird am Mittwoch verkündet.

Staatsanwaltschaft und Verteidigung stimmten darin überein, dass der 33-Jährige die Prostituierte nicht am Verlassen des Bordells hindern wollte. Er hatte berichtet, selbst Opfer von Gewalt seines Chefs geworden zu sein.

Prozess gegen Hauptangeklagten geht weiter

Der Prozess gegen den Hauptangeklagten und einen weiteren Helfer steckt noch mitten in der Beweisaufnahme. Der Mann hatte zuletzt Schläge, Drohungen und Strafzahlungen eingeräumt. Seine Aussage wird am Mittwoch fortgesetzt.

dpa

Rubriklistenbild: © Symbolfoto dpa

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