Schlussanträge am 5. März

Polizistenmordprozess: Höchststrafe gefordert

Augsburg - Der 61-Jährige soll die gleiche Strafe erhalten wie sein Bruder. Auch im zweiten Prozess um den Mord an dem Augsburger Polizisten Vieth verlangt die Staatsanwaltschaft die höchstmögliche Strafe, die das Gesetz hergibt.

Die Staatsanwaltschaft will auch im zweiten Prozess um den Augsburger Polizistenmord die höchstmögliche Strafe für den Angeklagten. Die Ankläger forderten am Donnerstag, dass der 61-Jährige wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt wird. Außerdem sollte die besondere Schwere der Schuld festgestellt werden, so dass der Mann nicht schon nach 15 Jahren seine Freilassung beantragen könnte, verlangte die Staatsanwältin. Außerdem müsse er wegen seiner Gefährlichkeit in Sicherungsverwahrung kommen, sagte sie. Vermutlich würde der Mann dann nie mehr auf freien Fuß kommen.

Der Mann soll gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder im Oktober 2011 den Augsburger Polizisten Mathias Vieth nach einer wilden Verfolgungsjagd förmlich hingerichtet haben. Der Bruder (59) war deswegen im vergangenen Jahr bereits zu lebenslanger Haft mit besonderer Schwere der Schuld und Sicherungsverwahrung verurteilt worden, seine Revision wurde kürzlich vom Bundesgerichtshof abgewiesen. Im ersten Verfahren war der 61-Jährige wegen seiner Parkinsonerkrankung vorübergehend verhandlungsunfähig, so dass der Prozess gegen ihn neu aufgerollt werden musste.

Der 41 Jahre alte Polizeibeamte soll gemeinsam mit seiner Streifenkollegin die Brüder bei der Vorbereitung eines Raubüberfalls überrascht haben. Die Täter flüchteten damals auf einem Motorrad. Nach einer nächtlichen Verfolgungsjagd kam es im Augsburger Stadtwald zu einer brutalen Schießerei, die Täter hatten militärische Schnellfeuergewehre. Vieth starb im Kugelhagel, seine Kollegin hatte Glück und wurde durch einen Streifschuss nur leicht verletzt.

Der 61-Jährige soll deswegen nach Ansicht der Staatsanwaltschaft auch wegen versuchten Mordes sowie wegen mehrerer brutaler Raubüberfälle in früheren Jahren verurteilt werden. Am kommenden Donnerstag (5. März) werden die Nebenkläger und die Verteidiger ihre Plädoyers halten, ein Urteil könnte es dann am 10. März geben.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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