Geschönte Abi-Noten

Ministerium entlastet Direktor nur zum Teil

Coburg/München - Ein Schulleiter greift in die Bewertung der Abiprüfungen ein und verteilt bessere Noten als von den Korrektoren vorgesehen. Das Kultusministerium findet das fachlich in Ordnung - schulrechtlich nicht.

Im Wirbel um nachträglich verbesserte Abiturnoten an einem Coburger Gymnasium hat das Kultusministerium den Schulleiter nur teilweise entlastet. „Inhaltlich hat er vom Trend her richtig gehandelt“, sagte Ministeriumssprecher Ludwig Unger am Donnerstag in München. Rechtlich sei das Vorgehen aber nicht vorgesehen gewesen. Der Schulleiter des Casimirianums habe die Bewertungen aller 93 schriftlichen Deutscharbeiten um einen Punkt nach oben korrigiert. Für eine Notenänderung sei aber ein Beschluss der Lehrerkonferenz notwendig, soweit keine Verständigung zwischen Schulleiter und Korrektor zustande komme.

Bei der inhaltlichen Bewertung der Arbeiten habe er aber richtig gehandelt. Man erwarte nun eine Erklärung des Direktors, sagte Unger weiter. „Wir erwarten, dass uns eine Begründung für den Schritt vorgelegt wird.“ Erst dann könne das Ministerium entscheiden, wie es in dem Fall weiterverfahren werde. Für die Schüler bleiben die Querelen um ihr Abi ohne Folgen: Sie müssen keine schlechteren Noten fürchten, betonte das Ministerium.

Vor wenigen Wochen hatten die Abiprüfungen an einer Schweinfurter Fachoberschule für Aufregung gesorgt: Die private Einrichtung hat inzwischen ihren Betrieb eingestellt, weil 25 von 27 Prüflingen durchs Abitur gefallen waren.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa/dpaweb

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