Urteil gefallen

Giftmüll-Prozess: Ex-Chef zu Haftstrafe verurteilt

München/Krailling - Im Prozess um den Giftmüll-Skandal einer Recyclingfirma in Krailling bei München ist der Ex-Geschäftsführer wegen Betrugs zu vier Jahren Haft verurteilt worden.

Das Münchner Landgericht sah am Montag zudem den unerlaubten Umgang des Managers mit Abfällen als erwiesen an. Zwei Ex-Mitarbeiter wurden wegen Beihilfe zum Betrug zu Bewährungsstrafen verurteilt, einer erhielt eine Geldstrafe auf Bewährung. Der Prozess hatte eineinhalb Jahre gedauert. 

In seiner Urteilsbegründung sagte der Vorsitzende Richter, der Hauptangeklagte habe eine Idee gehabt, kontaminierten Abfall möglichst wirtschaftlich, aber auch umweltschonend aufzubereiten. Doch als das Konzept nicht aufging, habe der Mann die finanziellen Interessen zulasten der Umwelt und seiner Kunden in den Vordergrund gerückt. Zu den Kunden gehörte unter anderem die Deutsche Bahn (DB). Bei den Mitangeklagten sah das Gericht keinen Täterwillen. Der Gesamtschaden liegt bei drei Millionen Euro.

Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer von Hunderttausenden Tonnen illegal entsorgtem Giftmüll gesprochen. Sie hatte für den Firmengründer eine Haftstrafe von sechs Jahren und neun Monaten beantragt. Die Verteidiger forderten maximal dreieinhalb Jahre.

Der Haftbefehl gegen den Haupttäter wurde noch im Sitzungssaal aufgehoben, da der Mann bereits einen erheblichen Teil der Strafe in Untersuchungshaft saß und eine Fluchtgefahr nach Überzeugung des Gerichts nicht mehr gegeben ist.

dpa

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