Gribkowsky-Prozess dauert länger als geplant

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Der angeklagte Gerhard Gribkowsky (r.), spricht im Landgericht in München vor Verhandlungsbeginn mit seinem Anwalt Dirk Petri.

München - Der Strafprozess gegen den Ex-BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky wird angesichts der vielen Befragungen wohl länger dauern als bisher geplant. Es sitzen auch einige Prominente auf der Zeugenbank.

Richter Peter Noll reservierte zusätzlich zu den bereits bis Ende Januar reichenden Terminen auch noch mehrere Tage im Februar kommenden Jahres. “Es sieht so aus, dass wir mit dem bisherigen Zeitplan nicht hinkommen“, sagte er am Freitag. Aus Rücksicht auf zwei aus Köln stammende Verteidiger Gribkowskys bleibt der 20. Februar - Rosenmontag - aber außen vor, ebenso der Freitag zuvor.

Zuvor hatte eine britische Anwältin ausgesagt, die die BayernLB beim Verkauf der Anteile der Landesbank an der Formel 1 beraten hatte. Die Anteile - die der Bank durch die Pleite des Medienunternehmers Leo Kirch zugefallen waren - wechselten 2006 für insgesamt 840 Millionen Dollar den Besitzer und gingen an den Finanzinvestor CVC. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft kassierte Gribkowsky von Bernie Ecclestone dabei 44 Millionen Dollar Bestechungsgeld.

Ecclestone kommt in der nächsten Woche in den Zeugenstand

Ecclestone steht am kommenden Mittwoch und Donnerstag im Zeugenstand. Er hatte eine Provision von rund 40 Millionen Dollar für den Deal von der BayernLB kassiert. Für die Anwältin und ihre Kollegen erschien dies allerdings nicht ungewöhnlich. Es sei klar gewesen, dass Ecclestone die Schlüsselfigur in dem Geschäft gewesen sei und ohne ihn nichts funktioniert hätte. An viele Einzelheiten hatte die Juristin allerdings nur wenig konkrete Erinnerungen.

Bereits an den vergangenen Verhandlungstagen hatten mehrfach prominente Zeugen in dem spektakulären Prozess ausgesagt, etwa der frühere bayerische Finanzminister und BayernLB-Chefaufseher Kurt Faltlhauser (CSU) und der ehemalige Bank-Chef Werner Schmidt. Am Montag wird das Verfahren unter anderem mit der Vernehmung des ehemaligen DaimlerChrysler-Vorstands Jürgen Hubbert fortgesetzt.

Grabkowsky möchte Diktiergerät fürs Gefängnis

Ex-BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky sitzt seit Januar in Untersuchungshaft. Auch der frühere Manager wühlt sich im Gefängnis Stadelheim durch Akten und Papiere und schreibt seinen Verteidigern Vermerke oder Hinweise auf. Doch für die Anwälte ist die Handschrift ihres Mandanten nicht leicht zu entziffern: um Gribkowsky und sich die Arbeit zu erleichtern, beantragte Anwalt Rainer Brüssow, dass sein Mandant ein “analoges Diktiergerät mit Kassetten“ benutzen darf. “Im Prinzip ja, warum nicht?“, sagte der Vorsitzende Richter Peter Noll. Doch er müsse zuvor mit dem Gefängnis klären, ob das angesichts der strengen Regeln möglich sei. Bis dahin müssen doch Stift und Papier genügen.

dpa

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