AKW spart sich Millionenbeträge

Gundremmingen: Nur ein Reaktor ist versichert

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Das Atomkraftwerk Gundremmingen.

Gundremmingen - Zwei Reaktoren, aber nur eine Versicherung: Jedes Jahr spart sich das Atomkraftwerk Gundremmingen Millionenbeträge. Rechtlich ist es trotzdem auf der sicheren Seite.

Das Atomkraftwerk im schwäbischen Gundremmingen hat zwar zwei Reaktoren, aber nach einem Zeitungsbericht im Unterschied zu allen anderen deutschen Meilern nur eine Haftpflichtversicherung. Wie die „Augsburger Allgemeine“ (Dienstag) berichtet, geht dies aus einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Bundestags-Grünen hervor. Der Betreiber spart sich nach Einschätzung der Atomexpertin der Grünen, Sylvia Kotting-Uhl, somit Jahr für Jahr einen Millionenbetrag.

"Haftungsrechtlich als eine Kernanlage zu betrachten"

Das Bundesumweltministerium erklärte laut dem Blatt auf die Parlamentsanfrage, dass Gundremmingen „die einzige Kernanlage in Deutschland“ sei, die wegen ihrer baugleichen Reaktoren nur eine einzige Betriebsgenehmigung habe - und die somit „haftungsrechtlich als eine Kernanlage zu betrachten ist“.

Normalerweise ist in Deutschland jeder Reaktor mit 256 Millionen Euro versichert - in Gundremmingen gilt diese Summe demnach für beide Reaktoren. Kotting-Uhl schätzt, dass das Kraftwerk somit statt rund 3,3 Millionen Euro pro Jahr nur die Hälfte als Versicherungsprämie zahlen muss.

Krtiker bemängeln das Modell

Insgesamt fordert der Gesetzgeber eine Deckungsvorsorge von 2,5 Milliarden Euro. Die Differenz zur Versicherungssumme von nur 256 Millionen Euro würden die Energiekonzerne im Schadensfall gemeinsam aufbringen. Kritiker bemängeln, dass auch 2,5 Milliarden Euro im Falle eines großen Atomunfalls viel zu wenig wären.

Bilder aus der Todeszone von Fukushima

Bilder aus der Todeszone von Fukushima

Zum Vergleich: Normale Autos sind oftmals über die Haftpflichtversicherung schon bis zu 100 Millionen Euro abgesichert.

dpa/lby

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