Körperverletzung und Erpressung

Haftstrafen im Schweinfurter Rotlicht-Prozess

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Verurteilt Bordellbetreiber Stefan S. - hier mit seinem Anwalt Ulrich Spieß.

Schweinfurt - Die Staatsanwaltschaft beschreibt ihn als „äußerst brutal“: Mit Schlägen und Drohungen hat ein Schweinfurter Puffbesitzer ein Schreckensregime aufgebaut. Dafür muss er mehrere Jahre hinter Gitter.

Um Prostituierte in einem Schweinfurter Bordell gefügig zu machen, hat der Besitzer die Frauen immer wieder brutal geschlagen. Nun verurteilte das Landgericht den 39-Jährigen unter anderem wegen mehrfacher gefährlicher Körperverletzung, räuberischer Erpressung sowie Anstiftung zur Vergewaltigung zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren und vier Monaten. Zudem muss der Mann in einer Entziehungsanstalt seine Drogensucht bekämpfen, wie ein Sprecher des Landgerichts am Montag sagte.

Den zweiten Angeklagten verurteilte die Kammer zu drei Jahren und zehn Monaten Haft. Als Gründe nannte das Gericht Vergewaltigung, wiederholte gefährliche Körperverletzung und Bedrohung.

Der umfangreiche Prozess hatte bereits im Dezember begonnen, von den ursprünglich 40 Anklagepunkten gegen den Bordellbesitzer blieben zuletzt noch 21 übrig. Der Vorwurf, Frauen zur Prostitution gezwungen zu haben, war mangels Beweisen fallengelassen worden. Die Verteidigung hatte eine Strafe von maximal sechs Jahren, die Staatsanwaltschaft von acht Jahren gefordert.

Das Gericht entschied nun auf sieben Jahre und vier Monate. „Das setzt sich aus wahnsinnig vielen Einzeltaten zusammen“, erläuterte der Justizsprecher. So habe der Mann im August 2012 eine Prostituierte zunächst mit Schlägen eingeschüchtert und dann den zweiten, ebenfalls 39 Jahre alten Täter aufgefordert, die Frau zu vergewaltigen. Um seine Regeln durchzusetzen, schreckte der Bordellbetreiber auch in anderen Fällen vor Schlägen nicht zurück.

dpa

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