Einen Toten gab es schon

Hitze sprengt Autobahnen: Tempolimit verhängt 

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Wie eine Sprungschanze: Hier auf der A 93 bei Abensberg starb ein Motorradfahrer.

München - Die Hitze sprengt Beton-Straßen: Die Autobahndirektion warnt vor gefährlichen Schäden. Einen Toten gab es schon. An einigen Stellen hat die Polizei ein Tempolimit verhängt.

Wegen der Hitze der vergangenen Tage sind in Teilen Bayerns reihenweise Autobahnen aufgeplatzt. „Wir haben jetzt zehn Stellen“, sagte Stephan Lehner, Polizeisprecher in Niederbayern, am Donnerstag in Straubing. Die schnelle Reparatur bereite Probleme: Auch der Teer trocknet bei der Hitze nur langsam. Auf einigen Strecken wurde ein Tempolimit von 80 verhängt. Die bayerische Verkehrszentrale zählte noch zwei weitere Schäden bei Rosenheim und Würzburg.

Tempo 80 auf einigen Strecken

Bereits zu einem früheren Zeitpunkt am Donnerstag hieß es aus dem Umfeld der Autobahndirektion Südbayern, dass auf den Autobahnen 92, 93 und 3 abschnittsweise eine Geschwindigkeitsbeschränkung eingerichtet werde.

Wie die Autobahndirektion Südbayern warnt, können aufgrund der hohen Temperaturen plötzliche Schäden an Betonfahrbahnen durch das Aufwölben von Betonplatten auftreten. Alle Verkehrsteilnehmer werden deshalb dringend aufgefordert, auf allen Betonstrecken äußerst vorsichtig zu fahren. Die betroffenen Autobahnen sind die A3, A7, A92, A93 und die A94. Trotz intensiver Kontrollfahrten durch die Autobahnmeistereien können die plötzlich auftretenden Betonschäden vielfach nicht rechtzeitig erkannt und abgesichert werden.

So entsteht ein Schlagloch

So entsteht ein Schlagloch

Einem Motorradfahrer wurden die Schäden auf der A93 bei Abensberg (Niederbayern) schon zum Verhängnis. Nach Angaben der Polizei war der 59-Jährige am Mittwoch in Richtung Regensburg mit seiner Harley-Davidson über eine halbmeterhohe Aufwölbung gefahren. Der Mann prallte gegen die Leitplanke und erlitt so schwere Brustverletzungen, dass er noch am Unfallort starb. Zuvor waren vier Autos über das Hindernis gefahren, das wie eine Sprungschatze wirkte. Vier Menschen wurden leicht verletzt, die Wagen beschädigt. Der Schaden wird auf über 250 000 Euro geschätzt.

Die Fahrbahn hat sich wie eine Tür geöffnet

Die Fahrbahn bei Abensberg habe sich plötzlich geöffnet, „wie wenn eine Tür aufgeht“, sagte ein Autofahrer. Während der Aufräumarbeiten bildete sich ein sieben Kilometer langer Stau. Das Bayerische Rote Kreuz versorgte die Wartenden mit Getränken. Auch auf den anderen Autobahnen kam es zu Verkehrsbehinderungen und Staus. Wegen der Vielzahl der Fälle sei es schwierig, innerhalb kurzer Zeit an jeden betroffenen Abschnitt Spezialfirmen zur Fahrbahnreparatur zu schicken, sagte Seebacher.

Extreme Schäden vor der Sommerreisewelle

Das extreme Wetter vor der Sommerreisewelle belastet die bayerischen Autobahnen stark. Zuerst setzten die Fluten Teile der Fernstraßen unter Wasser, nun sprengt die Hitze von teils mehr als 37 Grad den Straßenbelag. Der generell schon hohe Sanierungsbedarf verstärke sich so noch weiter, sagt ein Sprecher des ADAC. Zumindest provisorisch seien die Hitzeschäden aber schnell zu beheben. Bayern ist vom Reiseverkehr in Richtung Mittelmeer besonders stark betroffen.

dpa

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