Donauausbau: Huber gegen Staustufe

München - Umweltminister Huber stellt eine Studie zu den 385 Kilometern der bayerischen Donau vor - muss aber vor allem zu dem umstrittenen 70 Kilometern zwischen Straubing und Vilshofen Auskunft geben.

Umweltminister Marcel Huber (CSU) hat die enorme ökologische Bedeutung des gesamten bayerischen Donauraums hervorgehoben - und sich erneut gegen einen Ausbau mit Staustufe zwischen Straubing und Vilshofen ausgesprochen. Zugleich wies er Vorbehalte der EU gegen die sanfte Ausbauvariante als inkonsistent zurück. Der betreffende Donauabschnitt in Niederbayern sei ein besonderer ökologischer Hotspot, sagte Huber am Montag in München - und warnte vor gravierenden Auswirkungen auf die Artenvielfalt. Demgegenüber sei der zusätzliche Nutzen eines Ausbaus mit Staustufe gemessen an der jährlich möglichen Transportleistung sehr gering.

Der Donauraum sei ein einzigartiger Naturschatz und gehöre zu den artenreichsten Gebieten Europas, betonte der Minister bei der Vorstellung einer umfassenden Studie zur gesamten, rund 385 Kilometer langen bayerischen Donau. Unter dem Titel „Bayerns Arche“ wird darin die ökologische Bedeutung des Flusses herausgestellt. Rund 60 Fischarten, mehr als 100 Brutvogelarten und über 600 Pflanzenarten finden dort nach Angaben Hubers einen optimalen Lebensraum. Elf Fischarten kämen sogar weltweit nur im Donaugebiet vor, betonte er.

Huber nannte es inkonsistent, wenn die EU einerseits Artenschutz einfordere, andererseits aber möglicherweise nur einen Ausbau mit Staustufe mitfinanzieren wolle - das hatte Brüssel zuletzt angedeutet. Er wolle aber darüber erst einmal mit den zuständigen Stellen reden, betonte Huber. Zudem bekräftigte er den Zeitplan, nach dem nun im Januar über den Donauausbau entschieden werden soll.

Huber stellte aber den wirtschaftlichen Nutzen eines Ausbaus mit Staustufe im Vergleich zu den nötigen Eingriffen infrage - und verwies auf Daten aus der EU-Studie zum Donauausbau. Demnach könnte die aktuelle jährliche Transportleistung von 4,7 Millionen Tonnen pro Jahr auf 9,7 Millionen Tonnen gesteigert werden, und zwar ohne jeglichen Ausbau. Bei der sanften Variante wären maximal 11 Millionen Tonnen jährlich drin, beim Ausbau mit Staustufe 12,8 Millionen.

Zu Vorhaltungen, auch die sanfte Ausbauvariante A bedeute schwerwiegende Eingriffe in die Natur, sagte Huber, diese könnten überwiegend ausgeglichen werden. Bei einem Ausbau mit Staustufe - der Variante C 280 - wäre das dagegen nicht in solchem Ausmaß möglich.

dpa

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