Nur als allerletztes Mittel

Huml schließt Impfpflicht für Kinder nicht mehr grundsätzlich aus

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Impfpflicht nur als "Ultima Ratio", erklärt Melanie Huml.

München - In Berlin ist ein Kleinkind an Masern gestorben. Sollte es jetzt eine Impfpflicht für Kinder geben? Die bayerische Gesundheitsministerin will dies als letztes Mittel nun nicht mehr gänzlich ausschließen.

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) schließt die Einführung einer allgemeinen Masern-Impfpflicht für Kinder nicht mehr grundsätzlich aus - aber nur als allerletztes Mittel. „Klar ist: Das würde einen erheblichen Eingriff in das im Grundgesetz garantierte Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit und in das Sorgerecht der Eltern bedeuten“, sagte Huml. Sie betonte: „Deshalb könnte eine allgemeine Impfpflicht für Kinder nur als Ultima Ratio in Erwägung gezogen werden, wenn die Überzeugungsarbeit zu wenig Erfolg hat.“

Am Montag war bekanntgeworden, dass in Berlin ein Kleinkind an Masern gestorben ist. Huml warb deshalb eindringlich für die Impfung. „Die Masern-Welle in Berlin zeigt, wie wichtig ein Impfschutz ist. Ich setze darauf, dass dies nun auch mehr Impfgegner einsehen.“ In Bayern laufe bereits eine Impfoffensive. Dabei werde man nun noch stärker an das Verantwortungsbewusstsein der Eltern appellieren. „Eine Impfung ist ein kleiner Schritt mit großer Wirkung“, betonte Huml. Man gebe dadurch sich selbst und den Mitbürgern Sicherheit.

Seit Jahresanfang und bis vergangenen Freitag hatte es bayernweit 51 Masern-Fälle gegeben. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren es 13 Fälle. Vergangene Woche waren vier neue Fälle hinzugekommen.

dpa

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