Initiative bietet Wege aus der Prostitution

Nürnberg - Prostituierten eine neue Berufsperspektive geben - mit diesem Ziel war die Initiative “Opera“ vor einem Jahr in Nürnberg angetreten. Projektleiterin Beate Leopold hat am Mittwoch eine erste Bilanz gezogen:

Demnach sind 36 Männer und Frauen registriert, die sich um einen neuen Job bemühen wollen. Dazu gebe es noch zahlreiche weitere Prostituierte, die sich bei den Mitarbeitern des Projekts informieren wollen oder Kurse - angeboten werden etwa PC-Schulungen oder Englisch-Unterricht - besuchen. Einige Frauen hätten auch schon eine Ausbildung begonnen, etwa in der Altenbetreuung.

“Opera“ und zwei weitere Modellprojekte in Freiburg und Berlin werden vom Bundesfrauenministerium bis Ende 2014 finanziell unterstützt. Ziel ist es, Prostituierte und andere im Sexmilieu tätige Menschen bei der “beruflichen und persönlichen Neuorientierung“ zu begleiten. Der Weg aus der Prostitution sei oft “ein langwieriger, schmerzhafter Prozess“, sagte Leopold.

Neben Beratungsgesprächen und Hilfen bei der Bewerbung bietet “Opera“ auch Unterstützung bei der Suche nach Praktikumsplätzen an. Projektträger ist der Verein Kassandra, der sich seit 1987 in Nürnberg unter anderem für die Rechte von Prostituierten einsetzt.

Schätzungen des Vereins zufolge gibt es im Großraum Nürnberg bis zu 1500 männliche und weibliche Prostituierte. Kontakt zum Projekt “Opera“ hätten aber laut Leopold auch schon Prostituierte aus anderen Bundesländern gesucht. “Das Angebot strahlt weit aus.“

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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