Inzest-Prozess: Vater gesteht Übergriffe auf zweite Tochter

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Der Angeklagte im Landgericht Memmingen neben seinem Anwalt Gerd Konrad.

Memmingen - Der Inzest-Prozess gegen einen 46-jährigen Familienvater ist vor dem Landgericht Memmingen mit der Befragung von weiteren Zeugen, unter anderem der Therapeutin, fortgesetzt worden.

Der Mann soll sich jahrelang an seinen beiden Töchtern vergangen haben und mit der älteren von ihnen zwei Kinder haben. Die Vaterschaft räumte der Angeklagte bereits ein, zum Sex mit der Jüngeren schwieg er jedoch bislang. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann sexuellen Missbrauch von Schutzbefohlenen in 96 Fällen und 392 Fälle von Beischlaf zwischen Verwandten vor.

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Die jüngere Tochter hatte ihren Vater auf Rat einer Psychotherapeutin hin angezeigt und den Inzest damit ans Licht gebracht. Zu Beginn der Verhandlung beschrieb die Therapeutin die ausweglose Situation der heute 21-Jährigen. Demnach hatte der Vater keine Gewalt, dafür aber großen psychischen Druck ausgeübt und sich wie ein General verhalten. “Sie wollte raus aus dem Ganzen und das in Ruhe verarbeiten“, betonte sie. Rachegelüste habe die junge Frau nicht gehabt.

Auch ein Hauptkommissar, der die 21-Jährige nach deren Anzeige vernahm, berichtete von einer verängstigten jungen Frau ohne jegliche Rachegelüste. “Sie wollte, dass die sexuellen Übergriffe des Vaters aufhören“, sagte er. “Wut hatte sie mit Sicherheit und auch Hass. Aber keine Rachegefühle.“

Am späten Vormittag hat der angeklagte Familienvater gestanden, sich auch an seiner jüngeren Tochter vergangen zu haben. “Es tut mir sehr leid“, sagte der 46-Jährige. Die Übergriffe auf seine ältere Tochter hatte er zu Beginn des Prozesses bereits gestanden, zum Sex mit der heute 21-Jährigen jedoch zunächst geschwiegen. Die Vorsitzende Richterin Brigitte Grenzstein bezeichnete die Taten des Vaters nach seinem Geständnis als “einfach widerlich“. Das Urteil wird am Nachmittag erwartet.

dpa

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