Münder zugenäht: Iraner verschärfen Hungerstreik

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Um auf ihre Situation aufmerksam zu machen, haben sich zwei iranische Asylbewerber die Münder zugenäht.

Würzburg - Nach 80 Tagen Protest haben die Iraner in Würzburg ihren Streik erneut verschärft. Dabei greifen die Demonstranten zu immer drastischeren Methoden.

Zugenähte Münder bei den Demonstranten  Mohammad Hassanzadeh Kalali (r.) und Arash Dosthossein.

Die seit Wochen gegen ihre drohende Abschiebung demonstrierenden iranischen Asylbewerber in Würzburg haben ihren Protest erneut verschärft. Zwei der acht Männer traten am Montag erneut in den Hungerstreik, zudem nähten sie sich die Münder zu. Sie wollen vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge sofort als politische Flüchtlinge anerkannt werden. Zudem fordern sie nach eigenen Angaben die Abschaffung der Gemeinschaftsunterkünfte und einen Abschiebestopp. Die anderen sechs Männer klebten ihre Lippen mit Pflastern zu.

Dem Bundesamt zufolge sind mittlerweile fünf der ursprünglich zehn streikenden Iraner als politische Flüchtlinge anerkannt. Ein weiterer Mann darf nicht abgeschoben werden. Ein Antrag wurde abgelehnt. Die übrigen drei Männer klagen derzeit vor dem Verwaltungsgericht gegen ihre bereits erhaltenen Bescheide. Das Amt habe damit in allen zuständigen Fällen eine Entscheidung getroffen, sagte ein Sprecher.

Die Lippen der beiden Iraner waren an den Seiten mit schwarzen Fäden zugenäht. Sie hätten sich ärztlich beraten lassen, sagte einer der Männer, doch der Arzt habe ihnen von der Aktion abgeraten. Die Stadt Würzburg wollte sich nicht dazu äußern. Die Polizei beobachte die Situation weiter aufmerksam, sagte ein Sprecher.

Die Grünen-Landtagsabgeordnete Simone Tolle zeigte sich am Montag erschüttert. „Ich bin entsetzt“, sagte die Politikerin, die sich bereits im Landtag für die Asylbewerber eingesetzt hatte. Sie distanziere sich von dieser Form des Protestes. „Ich lehne jedes Mittel ab, was einem selber Schmerzen zufügt.“ Die Aktion sei jedoch auch ein Ausdruck großer Verzweiflung.

Der Protest der Asylbewerber aus dem Iran hatte Mitte März mit einem Hungerstreik in der Innenstadt begonnen, den sie nach einem Gespräch mit dem Bundesamt zwei Wochen später zunächst beendeten. Ihren Protest in der Innenstadt setzten die Männer dennoch fort. Die Stadt hat die Aktion noch bis zum 15. Juni genehmigt.

dpa

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