Isar 1: Das umstrittenste AKW Bayerns

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Wird umgehend abgeschaltet: das umstrittene bayerische Atomkraftwerk Isar 1

Essenbach - Isar 1 gehört zu den ältesten und umstrittensten deutschen Atommeilern. Das AKW ist wie die Anlage in Fukushima ein Siedewasserreaktor. Zur Geschichte des Atommeilers:

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Im Jahr 1972 wurde mit dem Bau des Blocks begonnen. Von 1977 an wurde dann zunächst im Probebetrieb Strom erzeugt. Zwei Jahre später erfolgte die offizielle Inbetriebnahme. Isar 1 gehört ebenso wie die schwer beschädigte Atomanlage im japanischen Fukushima zu den Siedewasserreaktoren. Dabei sind die radioaktiven Brennstäbe permanent von Wasser umgeben. Die Mehrzahl der heute in Deutschland betrieben Kernkraftwerke gehört hingegen zur Kategorie der Druckwasserreaktoren, die mit zwei voneinander getrennten Kühlkreisläufen arbeiten. Auch das jüngere, 1988 in Betrieb gegangene Atomkraftwerk Isar 2 ist ein Druckwasserreaktor.

Die frühere rot-grüne Bundesregierung hatte beschlossen, dass Isar 1 als eines der ersten deutschen Atomkraftwerke vom Netz soll. Dafür wurde eine Reststrommenge festgelegt, die Isar 1 vom 1. Januar 2000 an noch produzieren sollte. Dies waren 78,35 Milliarden Kilowattstunden. Nach den Berechnungen wäre diese Menge Anfang Juni 2011 erreicht gewesen - zu diesem Zeitpunkt hätte der Meiler also abgeschaltet werden müssen.

Die schwarz-gelbe Bundesregierung wollte die Betriebszeit allerdings bis September 2018 verlängern. Nach den jüngsten Plänen von Bayerns Umweltminister Markus Söder (CSU) soll Isar 1 nach den Unfällen in Japan nun sofort gestoppt und auch nicht mehr hochgefahren werden.

Kritiker fordern bereits seit Jahren die Stilllegung von Isar 1. Bei dem Kraftwerk kam es immer wieder zu technischen Zwischenfällen. So gab es in den vergangenen Monaten beispielsweise eine Panne beim Verladen von Brennelementen und einen Defekt an einem Notstromsystem. Isar 1 ist auch schlechter als andere Meiler gegen Flugzeugabstürze gesichert. Dies führte insbesondere nach den Terroranschlägen auf das World Trade Center in New York im Jahr 2001 zu Diskussionen.

dpa

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