Islamzentrum: Uni Erlangen bekommt den Zuschlag 

Erlangen -  Im zweiten Versuch hat es geklappt: An der Uni Erlangen-Nürnberg entsteht ein Zentrum für islamische Studien. Vom Forschungsministerium gibt's mehrere Millionen Euro Fördergelder.

Die Universität Erlangen-Nürnberg bekommt ein Zentrum für islamische Studien. Im zweiten Anlauf gewährte das Bundesforschungsministerium der Hochschule die finanzielle Unterstützung für den Aufbau einer solchen Einrichtung, die die islamische Glaubenslehre an den deutschen Unis etablieren soll. Zudem sollen damit die Voraussetzungen geschaffen werden, um Imame - Vorbeter in Moscheen - im deutschen Hochschulwesen ausbilden zu können.

Wie das Ministerium am Donnerstag in Berlin mitteilte, werden in den nächsten fünf Jahren bis zu vier Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Im Herbst 2010 waren schon einmal Bundesmittel für Islamzentren vergeben worden, Erlangen-Nürnberg war damals überraschend leer ausgegangen. Förderzusagen gingen stattdessen an die Uni Tübingen und an ein Kooperationsprojekt der Universitäten Münster und Osnabrück. Dieses Mal kam die mittelfränkische Hochschule mit den Universitäten Frankfurt am Main und Gießen, die sich gemeinsam um die Mittel beworben hatten, zum Zug.

“Unsere Beharrlichkeit hat sich ausgezahlt. Unser Förderantrag erfuhr im Oktober 2010 eine positive Würdigung, daraufhin haben wir unser Konzept überarbeitet und damit nun in der zweiten Förderrunde Erfolg bewiesen“, sagte Universitätspräsident Karl-Dieter Grüske. Forschungsministerin Annette Schavan (CDU) lobte vor allem die Anstrengungen der Erlanger Uni bei der Ausbildung von islamischen Religionslehrern. “Das bietet beste Voraussetzungen für die Etablierung islamischer Studien, die unseren Prinzipien von Wissenschaftlichkeit entsprechen. Das kann und wird den Diskurs auch mit den christlichen Theologien befördern“, sagte sie nach Angaben ihres Ministeriums.

Johanna Haberer, Vizepräsidentin der Universität, betonte: “Erlangen-Nürnberg ist ein idealer Standort für ein Islamzentrum, da wir bundesweit die längste Erfahrung in diesem Wissenschaftsbereich vorzuweisen haben.“ Im Laufe dieses Jahres sollen nach Uni-Angaben vier Lehrstühle am Zentrum für islamische Studien eingerichtet werden: Methodenlehre, Normenlehre, Ideengeschichte und Religionspädagogik.

dpa

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