Jungen Mann erstochen - Haftstrafe für 21-Jährigen

Ingolstadt - Die tödlichen Messerstiche nach einer Wirtshausrauferei muss ein junger Mann mit fünf Jahren Gefängnis büßen. Das Schwurgericht Ingolstadt verurteilte den 21-Jährigen am Donnerstag.

Es rückte jedoch vom Vorwurf des Mordes ab, sondern ging lediglich von Totschlag aus. Die Richter sahen eine gewisse Notlage des Verurteilten, aber keine klassische Notwehrsituation.

Eine Gruppe junger Männer hatte in der Nacht zum 25. September 2010 in einer Ingolstädter Gaststätte gezecht, es wurde reichlich Alkohol getrunken. Am frühen Morgen kam es zum Streit. Die Auseinandersetzung verlagerte sich ins Freie. Dort stach der 21-Jährige auf sein Opfer ein. Der 18 Jahre alte Aussiedler starb wenig später im Krankenhaus. Die Staatsanwaltschaft klagte den jungen Mann wegen Mordes aus niederen Beweggründen an.

Zu Beginn des Prozesses hatte der Verteidiger erklärt, sein Mandant sei anfangs an der Wirtshausschlägerei gar nicht beteiligt gewesen. Im Verlaufe der Rauferei habe ihn das spätere Opfer jedoch angegriffen. Erst in dieser Notlage will der Täter das Messer gezogen und zugestochen haben.

Bereits im Verlauf des Verfahrens hatte die Staatsanwaltschaft den Mordvorwurf fallenlassen. In seinem Plädoyer forderte der Anklagevertreter zehn Jahre Haft wegen Totschlags. Die Verteidigung wollte den 21-Jährigen freigesprochen wissen. An acht Prozesstagen waren über 40 Zeugen und mehrere Sachverständige gehört worden. 

dpa 

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