Gebäude droht der Abriss

Kampf ums Altersheim: Senioren gehen auf die Barrikaden

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Die Bewohner haben sich vor dem Gebäude versammelt, sie wollen bleiben.

Forchheim - Das Katharinenspital im beschaulichen Forchheim ist ein Altenheim, sieht aber derzeit aus wie ein besetztes Haus in der Großstadt. Die Bewohner sind zu Wutbürgern geworden. Denn die Stadt will ihr Heim abreißen.

Sie haben eine Demo organisiert, Protestbanner an die Balkone gehängt und sogar eine Unterstützer-Gruppe im Netzwerk Facebook gegründet: In Forchheim gehen die Bewohner eines Altenheims auf die Barrikaden, um sich gegen den Abriss des Hauses zu wehren. Auf den Bannern kritisieren sie die Pläne zum „Zwangsumzug“. „Wir sind Menschen, keine Ware“, steht auf einem anderen Protestplakat.

Die Stadt Forchheim dagegen versichert, es gebe keine andere Möglichkeit als den Abriss. Nach Angaben von Oberbürgermeister Franz Stumpf (CSU) entsprechen die Zimmer im Katharinenspital nicht mehr den gesetzlichen Vorschriften. Sie seien zu klein. Ein Umbau sei aus statischen Gründen nicht möglich. „Das Gebäude muss weg, es kann nicht saniert werden“, sagte er. Eine schrittweise Neugestaltung sei zu teuer, und die Bewohner müssten lange in einer Baustelle leben. Werde nichts getan, müsse das Heim mit seinen 70 Plätzen Ende 2016 schließen.

Den Bewohnern und dem Personal könne man in Forchheim andere Plätze und Stellen anbieten. Den Protest kann der Oberbürgermeister nicht nachvollziehen. Der Heimbeirat habe ihm Zustimmung signalisiert. Wieder aufgebaut werden soll das Spital nicht als klassisches Alten- und Pflegeheim, sondern als Haus mit Appartements, in dem Hilfsbedürftige ambulant betreut werden.

Die Senioren im Katharinenspital aber fürchten den Verlust ihrer Gemeinschaft, ihrer sozialen Kontakte und ihres gewohnten Umfeldes. Christian Fischer, dessen Großmutter im Altenheim lebt, hat deshalb die Facebook-Unterstützergruppe gegründet. Seine Großmutter habe sich vor einem Jahr bewusst für das Katharinenspital entschieden. „Damals hieß es, es werde Stück für Stück saniert.“ Kein älterer oder kranker Mensch gehe gerne in ein Heim - „und jetzt werden die Menschen aus ihrer vertrauten Umgebung rausgerissen und verlieren ihre gewohnten Pflegekräfte“, sagte Fischer. Die Senioren und Angehörigen wollten mit der Stadt nach Lösungen suchen. Möglicherweise wäre es ja denkbar, die Heimgemeinschaft komplett umzusiedeln oder doch eine schrittweise Erneuerung zu planen.

dpa

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