Nürnberger Oberlandesgericht hat entschieden

„Zwölf Stämme“- Kinder bleiben bei Pflegeeltern

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Nürnberg/Nördlingen - Wegen Prügelvorwürfen und Züchtigung hatte man Mitgliedern der Sekte "Zwölf Stämme" das Sorgerecht für ihre Kinder entzogen. Jetzt gingen die Eltern vor Gericht.

Beschwerden von Eltern der umstrittenen Sekte „Zwölf Stämme“ gegen den vorläufigen Entzug des Sorgerechts hat das Nürnberger Oberlandesgericht (OLG) weitgehend zurückgewiesen. Nur die zwei jüngsten der neun betroffenen Kinder, die erst wenige Monate alt sind, kehren in die Obhut ihrer Eltern zurück, teilte das Gericht am Montag mit. Die OLG-Richter bestätigten damit weitgehend eine Entscheidung des Amtsgerichtes Ansbach.

Nach Anhörung der Kinder, ihrer Eltern und der Vertreter des Jugendamts sei der zuständige Familiensenat des OLG davon überzeugt, dass für die sieben älteren Kinder weiterhin die Gefahr einer körperlichen Züchtigung besteht. Die Kinder sollen daher zunächst bei den Pflegeeltern bleiben, dürfen aber regelmäßigen Kontakt zu ihren leiblichen Eltern haben.

Im September hatte die Polizei wegen Prügelvorwürfen 40 Kinder aus den Gemeinschaften der „Zwölf Stämme“ im schwäbischen Deiningen und im mittelfränkischen Wörnitz geholt. Die Sekte hatte mehrfach eingeräumt, dass sie ihre Kinder züchtigt.

Weitere Verfahren um den Sorgerechtsentzug werden beim Amtsgericht Nördlingen geführt. Dort wurde bisher erst für einzelne Fälle der vorläufige teilweise Entzug des elterlichen Sorgerechts für die Kinder bestätigt. Bis zu einer endgültigen Entscheidung im sogenannten Hauptsacheverfahren wird es noch mehrere Monate dauern.

dpa

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