Er wollte sie zum Melken holen

Kühe attackieren und töten Bauer auf Weide

Pleiskirchen - Ein Bauer wollte seine Kühe am Sonntag zum Melken in den Stall holen, als ihn die Rinder plötzlich angriffen. Als seine Frau ihren Mann später suchte, fand sie ihn tot auf der Weide.

Ein Bauer ist im oberbayerischen Pleiskirchen (Landkreis Altötting) von seinen Rindern angegriffen und getötet worden. Der 57-Jährige wurde am Sonntag tot auf einer Weide seines Hofes gefunden, wie das zuständige Polizeipräsidium in Rosenheim mitteilte. Der Landwirt wollte 60 Kühe und einen Bullen, die während der Nacht im Freien waren, am frühen Sonntagmorgen in den Stall treiben. Dabei griffen ihn den Ermittlungen zufolge eines oder mehrere der Tiere an und verletzten ihn so schwer, dass er noch auf der Weide starb. Die Ehefrau fand ihren leblosen Mann gegen 6.15 Uhr, aber auch ein Notarzt konnte ihm nicht mehr helfen.

In jüngster Vergangenheit hatten Attacken von Rindern auf Menschen in Österreich Schlagzeilen gemacht. Ende Juli wurde eine deutsche Wanderin im Stubaital bei einem Angriff von Kühen getötet. 20 Kühe und Kälber trampelten die 45-Jährige aus Bad Dürkheim in Rheinland-Pfalz zu Tode. Sie war mit ihrem Hund auf einem Wanderweg unterwegs, als die Tiere sie attackierten. Die Tiere wollten vermutlich ihre Kälber vor dem Hund schützen.

Wenige Tage später wurde ein 68-jähriger Hundebesitzer von Rindern schwer verletzt. Der Mann war mit seinem Husky und seiner 46-jährigen Tochter, die auch einen Hund dabei hatte, auf einem markierten Wanderweg in der Steiermark unterwegs, als etwa zehn Kühe auf ihn losstürmten. Der Mann wurde hochgeschleudert und erlitt Stoß- und Sturzverletzungen. Er wurde mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus geflogen. Der Hund wurde leicht verletzt, die Tochter kam mit dem Schrecken davon.

Der Bayerische Bauernverband rief Spaziergänger nach den tragischen Unfällen zu besonderer Vorsicht auf und riet, gebührenden Abstand zu Weidetieren zu halten. Der Referent für Vieh und Fleisch beim Bayerischen Bauernverband (BBV), Josef Wasensteiner, empfahl: „Ruhig bleiben, nicht davonlaufen und im absoluten Notfall der Kuh mit einem Stock auf die Nase hauen oder langsam und ruhig aus der Gefahrenzone gehen.“ Wer mit einem Hund unterwegs sein, solle ihn an die Leine nehmen. „Kühe nehmen den Hund als Bedrohung wahr.“ Die Landwirtschaftkammer Tirol hat einen Flyer zum richtigen Verhalten auf der Alm ausgegeben. Der Titel: „Eine Alm ist kein Streichelzoo“.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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