Bessere Medizin

Landesärztekammer: Präsident will mehr Menschlichkeit

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Max Kaplan

Augsburg - Der Präsident der Landesärztekammer sieht das Vertrauensverhältnis zwischen Ärzten und Patienten in Gefahr. Gründe seien Zeitmangel und wachsender ökonomischer Druck.

Immer weniger Zeit für Patienten, daher keine ausführlichen Gespräche mehr: Der Präsident der Bayerischen Landesärztekammer, Max Kaplan, warnt vor einer zunehmenden Ökonomisierung in Krankenhäusern und bei niedergelassenen Ärzten. „Die Humanität leidet massiv darunter“, sagte er am Freitag vor der Eröffnung des Bayerischen Ärztetages in Augsburg. „Die Werte, die das Arztsein ausmachen - Heilen und Helfen - bleiben dabei auf der Strecke.“

Es sei fatal, dass ein Krankenhaus finanziell besser dastehe, wenn es die Patienten so schnell wie möglich durchschleuse. Er befürchte, dass angehende Ärzte vor allem unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten an Patienten herangeführt werden, sagte Kaplan.

Das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient werde dadurch belastet oder könne gar nicht erst entstehen. Das mindere auch die Erfolgsaussichten einer Behandlung. „Vom Vertrauensverhältnis lebt mindestens die Hälfte des medizinischen Erfolgs.“ Vertrauen sei das Ergebnis eines jahrelangen, mühevollen Prozesses - „das kriegt man nicht geschenkt“. Unterm Strich mache sich die Ökonomisierung in der Medizin nicht bezahlt. „Humanisierung statt Ökonomisierung - das ist gefragt“, sagte Kaplan.

Der 71. Bayerische Ärztetag sollte am Freitagabend mit einem Grußwort von Gesundheitsminister Marcel Huber (CSU) eröffnet werden. Die Tagung dauert bis zum Sonntag. Erwartet wurden 180 Ärzte. Die Zahl aller gemeldeten Ärzte in Bayern stieg laut Landesärztekammer seit Ende September 2011 um 2,6 Prozent auf rund 75 600.

dpa

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