Landespolizeipräsident in Sorge

Polizei muss um Nachwuchs kämpfen

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Landespolizeipräsident Wilhelm Schmidbauer

München - In Bayern gibt es aktuell so viele Polizeibeamte wie noch nie. Doch in den kommenden Jahren droht ein Nachwuchsmangel - weil viele Beamte in Pension gehen und die Bewerberzahlen zurückgehen. Was tun?

Die bayerische Polizei muss in den kommenden Jahren massiv um Nachwuchs kämpfen. Einem hohen Bedarf an Neueinstellungen bis 2025 stünden voraussichtlich rückläufige Bewerberzahlen gegenüber, sagte Landespolizeipräsident Wilhelm Schmidbauer am Mittwoch im Haushaltsausschuss des Landtags. Diese Tendenz zeichne sich aktuell ab. Nach derzeitigem Stand werde man deshalb nur die Beamten ersetzen können, die in Pension gehen. Es werde aber schwierig, zusätzlichen Stellen zu besetzen, erklärte er. Dabei wären in den kommenden Jahren Neueinstellungen von 2000 Beamten die "Wunschvorstellung". Die Opposition beklagte schon heute, dass in den Dienststellen vor Ort und "auf der Straße" zu wenig Beamte gebe.

"Die Polizei hatte noch nie so viele Beamte, aber auch noch nie so viel Arbeit wie heute", sagte Schmidbauer. Er verwies auf Herausforderungen wie die grenzüberschreitende Kriminalität, die zunehmende Zahl von Wohnungseinbrüchen, die Cyberkriminalität, aber auch den im kommenden Jahr bevorstehenden G8-Gipfel im Schloss Elmau.

Schmidbauer berichtete, in der vergangenen Legislaturperiode seien 2000 Stellen dauerhaft neu geschaffen worden. Davon abgezogen werden müssen aber 922 Stellen, die wegen der Rückkehr von der 42- auf die 40-Stunden-Woche rechnerisch verloren gingen. Somit ergibt sich unter dem Strich ein Plus von gut 1000 Stellen in fünf Jahren. Insgesamt hat Bayerns Polizei laut Schmidbauer gut 33 000 Beamtenstellen.

Der ranghöchste bayerische Polizist betonte, man müsse sich in den kommenden Jahren anstrengen, um genügend gute und motivierte Bewerber zu finden. Nötig sei ein "Werbekonzept zur Nachwuchsgewinnung".

Schon seit langem arbeiten die bayerischen Polizisten mehr als vorgeschrieben: Derzeit hätten die Beamten zusammen 1,3 Millionen Überstunden angehäuft, sagte Schmidbauer, acht Prozent mehr als im Vorjahr. Im Schnitt sind das etwa 42 Stunden pro Beamter.

Die SPD forderte eine deutliche Erhöhung der Ausbildungsstellen. "Wir müssen unbedingt einen Personalabbau bei der Polizei in den kommenden Jahren verhindern, um die Sicherheitslage im Freistaat nicht zu beeinträchtigen", warnte der Haushaltspolitiker Herbert Kränzlein.

Auch Bernhard Pohl (Freie Wähler) und andere Oppositionsabgeordnete beklagten, es gebe trotz der aktuell hohen Stellenzahl Personalengpässe bei der Polizei, insbesondere in kleinen Dienststellen in der Fläche. Schmidbauer räumte ein: "Wir haben zu wenige uniformierte Fußstreifen. Wir haben zu wenig Polizeipräsenz." Er wolle die Polizei aber keinesfalls aus der Fläche zurückziehen.  

dpa

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