Betroffene wollte 40.000 Euro

Klage wegen billiger Brustimplantate abgelehnt

Nürnberg-Fürth - Jahrelang kamen bei Brust-OPs Implantate aus billigem Bausilikon zum Einsatz. Eine der betroffenen Frauen forderte Schmerzensgeld. Doch ihre Klage wurde abgelehnt.

Im Skandal um gefährliche Brust-Implantate hat das Landgericht Nürnberg-Fürth die Schmerzensgeld-Klage einer Frau abgewiesen.

Ihr war ein Implantat der Firma Poly Implant Prothèse (PIP) aus billigem Bau-Silikon eingesetzt worden. Für das Produkt hatte der TÜV Rheinland dem inzwischen insolventen französischen Hersteller ein Zertifikat erteilt. Von dem Prüfunternehmen verlangte die Frau deshalb 40.000 Euro. Die Klägerin sei aber vom TÜV nicht verletzt worden, erklärte die Zivilkammer. Das Billig-Implantat wurde ihr nach Aufdeckung des Skandals entfernt.

5000 Frauen in Deutschland betroffen

PIP hatte jahrelang Brustimplantate mit billigem Industriesilikon verkauft. Als sich Hinweise auf erhöhte Reißanfälligkeit häuften, flog der Skandal auf. In Deutschland sind rund 5000 Frauen betroffen. Der TÜV Rheinland sollte die Qualitätssicherung überprüfen. Unangekündigte Kontrollen seien dabei nicht verpflichtend gewesen, erklärte das Landgericht. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Die AOK Bayern hat den TÜV Rheinland auf 50 000 Euro Schadenersatz verklagt. Soviel habe es gekostet, die Implantate bei 27 Versicherten entfernen zu lassen. Ein Verhandlungstermin ist noch offen.

dpa

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