Nürnberg

Lastwagen abgefackelt: Brandstifter muss in den Knast

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Der 60-jährige Lastwagenfahrer wurde vom Landgericht Nürnberg-Fürth zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt.

Nürnberg - Aus Hass auf seinen Chef hat er Laster angezündet und Büros verwüstet: Wegen Brandstiftung und Sachbeschädigung in Millionenhöhe muss ein 60-Jähriger zehn Jahre und sechs Monate ins Gefängnis.

Das Landgericht Nürnberg-Fürth sah es in seinem Urteil vom Dienstag als erwiesen an, dass der 60-Jährige unter anderem aus Rache an seinem früheren Arbeitgeber deutschlandweit Lastwagen in Brand gesetzt hatte. Dadurch entstand zwischen Oktober 2008 und November 2013 ein Schaden von 3,5 Millionen Euro. Der Mann habe auch Büros verwüstet und mehreren Menschen Drohbriefe geschickt. An mehreren Tatorten waren seine DNA-Spuren gefunden worden.

Überführt wurde der Angeklagte in dem zweimonatigen Indizienprozess im wesentlichen mittels seiner Blutspuren, die Ermittler an einigen Tatorten entdeckt hatten. Der 60-Jährige selbst hatte den ganzen Prozess über geschwiegen. Auch bei der Urteilsverkündung zeigte er keinerlei Regung.

Das Gericht wertete die Brandstiftungen und Sachbeschädigungen als einen persönlichen Rachefeldzug gegen frühere Arbeitgeber und frühere Kollegen. Der Mann habe allen, von denen er sich angeblich ungerecht behandelt gefühlt habe, einen Denkzettel verpassen wollen - so eine Spedition, die ihm nach einem Streit mit einem anderen Lastwagenfahrer gekündigt hatte. Eine Anwaltskanzlei in Burgkunstadt suchte er heim, weil er sich von ihr in einem Rechtsstreit nicht richtig vertreten gefühlt habe. Der Vorsitzende Richter attestierte dem Angeklagten in der Urteilsbegründung ein „aufbrausendes Wesen“

Den größten Schaden richtete der Mann im November 2013 auf einem Firmengelände in Rheine (Nordrhein-Westfalen) an. Dort setzte er mit Grillanzündern und mit getränkten Stofflappen 14 Laster in Brand. Zuvor hatte er die Tanks der Fahrzeuge mit einem Hammer beschädigt. Allein an den Lastern entstand etwa eine Million Euro Schaden. Der Mann hatte neben Blutspuren an Tatorten auch Fingerabdrücke auf Drohbriefen hinterlassen. Die Drohbriefe enthielten Angaben zu Tatumständen, die allein der Täter haben wissen können.

Die Staatsanwaltschaft hatte Taten zwischen 2008 und 2013 angeklagt. Dabei war nach Erkenntnissen der Ermittler ein Schaden von rund 3,5 Millionen Euro entstanden. Nach dem Urteil des Gerichts wurden aber nicht alle Fälle dem Angeklagten eindeutig nachgewiesen.

dpa

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