Massenerkrankung auf Almhütte: Verfahren eingestellt

+
Auf der Rappenseehütte erkrankten im vergangenen Jahr über 200 Wanderer.

Sonthofen - Das Verfahren ist eingestellt: Nachdem im vergangenen Sommer über 200 Wanderer auf einer Hütte erkrankt waren, kommt der angeklagte Hüttenwirt mit einem blauen Auge davon.

Knapp ein Jahr nach einer Massenerkrankung von Wanderern in den Allgäuer Alpen ist das Strafverfahren gegen den Wirt der Rappenseehütte gegen eine Geldauflage eingestellt worden. Der 39-jährige Oberallgäuer, dem fahrlässiger Verstoß gegen die Trinkwasserverordnung vorgeworfen worden war, muss 2000 Euro an eine Tropenwaldstiftung zahlen. Das Amtsgericht Sonthofen begründete seine Entscheidung am Dienstag damit, dass das verunreinigte Wasser der Rappenseehütte nicht nachweisbar mit den Beschwerden zahlreicher Wanderer zusammenhänge. "Somit bestehen erhebliche Zweifel an Ihrer Schuld", sagte der Richter zu dem Angeklagten.

Im August 2009 waren in den Allgäuer Alpen etwa 230 Wanderer an Magen-Darm-Infektionen erkrankt. Viele von ihnen waren Gäste der Rappenseehütte. Von den Erkrankten waren 40 in Krankenhäusern behandelt worden. Da verunreinigtes Trinkwasser als Ursache für die Masseninfektion vermutet wurde, war die auf 2091 Meter Höhe gelegene Berghütte des Deutschen Alpenvereins vorübergehend geschlossen und gründlich gereinigt worden. Später wurde bekannt, dass Wanderer zusätzlich die hoch ansteckenden Noroviren in die Berghütte eingeschleppt hatten. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Kempten hatte das Amtsgericht Sonthofen gegen den Wirt der Rappenseehütte Strafbefehl erlassen. Dabei ging es jedoch nicht um die Erkrankung der Wanderer.

Stattdessen warf die Anklage dem Wirt vor, trotz Verunreinigung einer UV-Wasserentkeimungsanlage Trinkwasser aufbereitet und an seine Gäste abgegeben zu haben. Für das Vergehen hatte die Staatsanwaltschaft eine Geldstrafe von 2500 Euro verlangt. Da der Hüttenwirt dagegen Einspruch eingelegt hatte, kam es jetzt zur Hauptverhandlung, in der der Angeklagte seine Unschuld beteuerte: "Es gab keinerlei Anzeichen dafür, dass mit dem Wasser etwas hätte sein können. Auch unsere kleinen Kinder haben davon getrunken und wurden nicht krank."

dpa

Meistgelesene Artikel

Wohnhausbrand im Allgäu: 90-Jährige stirbt

Pfronten - Beim Brand eines Mehrfamilienhauses in Pfronten im Allgäu ist eine 65-jährige Frau verletzt worden. Eine andere Bewohnerin wird noch …
Wohnhausbrand im Allgäu: 90-Jährige stirbt

Über 1000 Jogginghosen-Träger kriegen gratis Sekt

Schwabach - Ein Supermarkt in Schwabach hat sein Versprechen wahr gemacht: Jeder Kunde in Jogginghosen hat am Donnerstag ein Fläschchen Sekt bekommen …
Über 1000 Jogginghosen-Träger kriegen gratis Sekt

24-Jährige auf wilder Flucht vor der Polizei

Simbach am Inn - Sie wollte partout nicht von der Polizei kontrolliert werden, daher versuchte eine 24-jährige Autofahrerin den Beamten davonzurasen. 
24-Jährige auf wilder Flucht vor der Polizei

Kommentare