Kostbarer Fund

Mehr Schmuck im Weiher als zunächst vermutet

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Heideck -  Der von einem Buben (5) in einem Weiher gefundene Schatz ist größer als zunächst gedacht. Der Schmuck soll mehrere zehntausend Euro Wert sein.

Eine Polizeisprecherin schätzte den Wert am Freitag auf mehrere zehntausend Euro. Genauer lasse es sich erst sagen, wenn die einzelnen Stücke wie Ringe, Ketten und Armbänder untersucht wurden. „Es ist ein Fund von mehreren hundert Teilen, darunter wertvolle und nicht ganz so kostbare Juwelen“, sagte die Sprecherin.

Schmuck ist Diebesgut

Einige Teile stammten von einem Juwelier aus Erlangen, der im Januar ausgeraubt worden war. Zu den Hintergründen konnte die Polizei zunächst nichts sagen, etwa warum der oder die Täter das Diebesgut in dem Weiher mitten in der 4500-Einwohner-Gemeinde Heideck (Landkreis Roth) versenkten.

Dieb stahl Musterringe

Auch wann und ob der Juwelier seinen Schmuck zurückbekommt, lasse sich noch nicht abschätzen. Goldschmiedemeister Hans-Jürgen Traussneck sagte der Nachrichtenagentur dpa, ihm seien Ende Januar rund 700 Ringpaare gestohlen worden - das meiste davon Musterstücke im Gesamtwert von etwa 17 000 Euro. Anhand derer würden die materiell viel wertvolleren Trauringe nach Kundenwünschen angefertigt. Die Musterringe sind für den Juwelier jedoch extrem wichtig: „Sie haben für uns einen Riesenwert. Fast der komplette Bestand, den wir in 25 Jahren aufgebaut haben, wurde gestohlen.“

Goldschmied trotz Fund nicht glücklich

Traussneck kann sich über den Fund der Jungen gar nicht richtig freuen: „Wir haben nur Ärger damit. Der Arbeits- und Zeitaufwand ist das Allerschlimmste und weitaus höher als der materielle Schaden.“ Die Versicherung mache Probleme und eventuell muss er auch Finderlohn bezahlen. Er bekomme den Schmuck von der Polizei zwar zurück, sagte Traussneck, dann müsse er aber sehen, was davon noch brauchbar sei. Einen Ring aufzuarbeiten mache genau die gleiche Arbeit, wie einen neu zu schmieden. „Wahrscheinlich kann man einen Teil einschmelzen, den Rest muss man wohl wegwerfen.“ Traussneck vermutet, die Täter hätten erkannt, dass der Schmuck von ihm materiell nicht so viel wert ist wie erhofft und ihn daher weggeworfen.

Fünfjähriger entdeckt Schatz

Der Junge hatte den Schatz am Mittwoch bei einem Spaziergang mit seinen Eltern in Heideck (Landkreis Roth) entdeckt. Wie die Familie dem „Donaukurier“ erzählte, stocherte der Kleine mit einem Stock im Wasser herum und rief dann plötzlich nach seinen Eltern, als er etwas Glitzerndes geangelt hatte. „Im ersten Moment haben wir nur gedacht, dass es ein Bindedraht oder so etwas ähnliches ist“, sagte der Vater der Zeitung. „Aber dann haben wir gesehen, dass es eine feine Halskette ist und dass da noch ein paar andere im Wasser liegen.“

Preisschilder sind Spur zu Juwelier

Eine Kette nach der anderen habe die Familie aus dem Stadtweiher gezogen. Einen ganzen Plastikbeutel hatten sie schließlich zusammen. Wegen der Preisschilder an dem Schmuck meldete sich der Vater dann bei dem Juwelier und erfuhr am Telefon, dass es sich möglicherweise um gestohlene Ware handelt. Daraufhin verständigte der Vater die Polizei. Die Beamten suchten den kleinen See sofort ab und am Donnerstag entdeckten Taucher weitere Schmuckstücke.

Schmuck schon länger im Wasser

Die Ermittler gehen laut einem Bericht des „Bayerischen Rundfunks“ davon aus, dass der Schmuck schon eine Weile im Wasser lag. Die Auswertung einer Webcam an dem Weiher habe nämlich keine Hinweise auf die Täter gebracht. Die Kamera macht minütlich neue Bilder von dem Weiher und speichert die Aufnahmen 30 Tage lang.

dpa

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