Messerangriff auf Taxifahrer: 23-Jähriger muss in den Knast

Nürnberg - Die Tat hat er gestanden, sein Motiv bleibt aber weiterhin ein Rätsel: Heimtückisch hat ein 23-Jähriger Nürnberger im vergangenen Oktober einen Taxifahrer niedergestochen. Dafür muss er nun zehn Jahre hinter Gitter.

Wegen eines Messerangriffs auf einen Taxifahrer muss ein 23 Jahre alter Nürnberger für zehn Jahre hinter Gitter. Der Mann habe sein argloses Opfer heimtückisch attackiert und damit schwer verletzt, begründete das Landgericht Nürnberg-Fürth am Mittwoch sein Urteil. Genauso wie die Staatsanwaltschaft wertete die Strafkammer das Verbrechen als versuchten Mord. Der Verteidiger hatte dagegen eine Haftstrafe von sechs Jahren für ausreichend gehalten. Der Taxifahrer befindet sich auch nach seiner Genesung in psychiatrischer Behandlung.

Der 23-Jahre Lagerarbeiter hatte sich bereits bei Prozessbeginn zu der Tat bekannt, aber bis zuletzt nicht zu seinen Motiven geäußert. Das Gericht sprach von einer insgesamt frustrierenden Lebenssituation des Angeklagten. Schon in seiner Kindheit sei der aus Sibirien stammende und seit 2004 in Deutschland lebende Mann mit Gewalt konfrontiert gewesen. Zuletzt habe er ständig mit finanziellen Problemen zu kämpfen gehabt.

Der Lagerist hatte im vergangenen Oktober nach einem Disco-Besuch auf sein damals 50 Jahre altes Opfer mit einem Messer eingestochen und den Mann an Wange, Arm und Bauch schwer verletzt. Er hatte sich nach einem enttäuschend verlaufenen Abend in der Nacht von seinem späteren Opfer nach Hause fahren lassen. Dabei habe er zunächst die Taxifahrt korrekt bezahlt. Als der Taxifahrer aber seine Geldbörse in einem Seitenfach verstauen wollte, habe der 23-Jährige plötzlich auf den 50-Jährigen hinterrücks eingestochen. Zu den Gründen wollte sich der Angreifer nicht äußern.

dpa

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