Missbrauch auf Segeltörns - Bislang zwei Opfer

Deggendorf - Bei den Ermittlungen zum Kindesmissbrauch auf einem Segelboot in der Adria rechnen die Deggendorfer Kripo und die Staatsanwaltschaft mit weiteren Verdachtsfällen.

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Mann (50) missbraucht Buben auf Segelschiff

Nach der bisherigen Untersuchung des Falls soll ein aus Niederbayern stammender Mann im Jahr 2005 mindestens zwei Buben auf seinem in Italien liegenden Schiff massiv missbraucht haben. Eines der Opfer sei zum Tatzeitpunkt elf Jahre alt gewesen, das andere zwölf, sagte Deggendorfs Leitende Oberstaatsanwältin Kunigunde Schwaiberger am Donnerstag.

Der 50-Jährige lebte während der Saison auf seinem Boot im Süden, den Winter verbrachte er in einer Gemeinde im Landkreis Deggendorf. Der Verdächtige soll sich durch Naturschutzprojekte einen gewissen Namen in der Umweltszene gemacht haben. Die Ermittler vermuten, dass er das so gewonnene Renommee auch für die Vorbereitung seiner Taten ausgenutzt hat.

Schwaiberger sieht eine gewisse Masche bei dem Mann, Kontakt zu Familien mit jungen Kindern zu bekommen, um dann die Jungen auf sein Segelboot einladen zu können. “Nach unseren Ermittlungen gibt es Anhaltspunkte dafür, dass es möglicherweise mehr Opfer gegeben hat“, sagte sie. “Aber das muss alles noch abgeklärt werden.“ Die Ermittler hoffen, dass sich mögliche weitere Opfer nun durch die Presseberichte melden.

Der 50-Jährige sitzt seit März wegen des Verdachts des schweren sexuellen Kindesmissbrauchs in Untersuchungshaft. “Er gibt diese sexuellen Übergriffe gegenüber diesen beiden Jungs grundsätzlich zu“, sagte Schwaiberger. Die Schilderung der Intensität der Übergriffe weiche aber von den Beschreibungen seitens der Opfer ab. Deswegen wertet die Chefermittlerin die Aussage des Beschuldigten nur als Teilgeständnis.

Die Ermittlungen hatte das ältere der beiden Opfer ins Rollen gebracht. Der inzwischen 17-Jährige hatte im Februar Anzeige gegen den Mann erstattet. Er soll 20 Mal missbraucht worden sein, an dem anderen Buben soll sich der 50-Jährige zweimal vergangenen haben.

dpa

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