Mittelmeer-WG im Nürnberger Zoo eröffnet

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Auch diese Schildkröte ist ein WG-Bewohner.

Nürnberg - Schildkröten, Eidechsen und Ziesel: Ein Teil der Bewohner des Nürnberg Zoos logiert jetzt in einer neuen Wohngemeinschaft.

Ein steiler Felshang, zu Füßen Sand und Geröll und dazwischen Thymian, Lavendel und Ginster - mit einem neuen Mittelmeergehege bietet der Tiergarten Nürnberg seit Mittwoch mehreren südeuropäischen Reptilien- und Kleintier-Arten eine neue Heimat.

Das sogenannte Mediterraneum sei die neue “Mittelmeer-WG für Schildkröten, Eidechsen und das rattenähnliche Ziesel“, erläuterte Zoo-Direktor Dag Encke bei der Einweihung des 265 Quadratmeter großen Areals gegenüber der künftigen Delfin-Lagune.

Quelle speist kleinen Bach

Das Gelände, das früher Teil des Affenberges war, ist einem aufgelassenen, zerfallenden mediterranen Weinberg nachempfunden. An dessen Fuß speist eine Quelle einen schmalen Bach. Ein kleiner Tümpel grenzt das Gelände zu einer hölzernen Besucherplattform ab. Demnächst sollen auch noch Nattern, Schleichen und Steinhühner das Gehege beziehen, erläuterte der stellvertretende Zoo-Direktor Helmut Mägdefrau.

Die Anlage war im vergangenen Winter frei geworden, nachdem die Berberaffen in das Gorilla-Gehege verlegt worden waren. Mit finanzieller Unterstützung von Tierpaten und des Vereins der Tiergartenfreunde in Höhe von 200 000 Euro wurde ein Teil des Affenbergs umgebaut. Das sonnenbeschienene Gehege gilt als das Wärmste im fast 70 Hektar großen Tiergarten. Es sei damit der ideale Standort für Reptilien und andere Wärme liebende Kleintiere, betonte Encke.

WG-Bewohner verstehen sich gut

Auch das in Deutschland ausgestorbene Ziesel komme gut mit den übrigen Bewohnern der “Mittelmeer-WG“ aus, erklärte der Zoo-Chef. Das Nagetier von der Größe einer Ratte ist in den Steppengebieten und Graslandschaften in Südosteuropa, der Türkei und Teilen des Balkans beheimatet. Da sich Ziesel bevorzugt von grünen Pflanzenteilen, Samen, Wurzeln, Zwiebeln, Knollen und Insekten ernähren, müssen die mit ihm im Gehege lebenden Reptilien nicht befürchten, von ihnen gefressen zu werden.

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