Mobbing: Ex-Musikakadmie-Direktor kämpft um Schmerzensgeld

Hammelburg - Schon seit Jahren tobt zwischen dem Ex-Direktor der Musikakademie Hammelburg und dem Trägerverein ein erbitterter juristischer Streit. Es geht um Nötigung, Manipulation und Unterschlagung:

Schon seit Jahren tobt zwischen dem ehemaligen Direktor der Musikakademie Hammelburg, Hermann Grollmann, und dem Trägerverein ein erbitterter juristischer Streit. Einen Schlusspunkt könnte nun das Landesarbeitsgericht in Nürnberg setzen. Grollmann fordert wegen Mobbings 125 000 Euro Schmerzensgeld ein, eine Entscheidung des Gerichts soll an diesem Dienstag (1. März) verkündet werden.

Grollmann spricht von insgesamt 16 gerichtlichen Verfahren in diesem Fall. Vor dem Landesarbeitsgericht erhebt er nun gegen den Trägerverein und gegen dessen Vorsitzenden, den Bad Kissinger Landrat Thomas Bold, Mobbingvorwürfe. Es gehe dabei um Nötigung zu Unterschriften, Manipulation von Berichten, falsche Verdächtigungen und Unterschlagung entlastender Unterlagen, sagte Grollmann.

2005 begannen die Auseinandersetzungen. Der Trägerverein und Bold wollten Grollmann kündigen. “Alle Kündigungen hat die Justiz aber aus inhaltlichen Gründen kassiert“, bekräftigte Grollmann. Das Landesarbeitsgericht in Nürnberg habe erklärt, es sei nicht erkennbar gewesen, dass er als Akademie-Chef “überhaupt gewillt war“, sich vertragswidrig zu verhalten. Es habe keine wirksame Abmahnung gegeben.

Das Landesarbeitsgericht löste das Beschäftigungsverhältnis schließlich erst auf, als es zu weiteren öffentlichen Auseinandersetzungen zwischen den Parteien gekommen war. Grollmann erhielt nach eigenen Angaben eine Abfindung.

“Es wäre zu wünschen, dass es jetzt einen Schlusspunkt gibt“, sagte der Hammelburger Bürgermeister Ernst Stross, der im Trägerverein den Bad Kissinger Landrat vertritt. Bold selbst war nach Angaben seines Sprechers nicht zu erreichen. Konkret zum Fall wollte sich Stross nicht mehr äußern, “alles ist ausgetauscht, jetzt hat das Gericht zu entscheiden“, betonte er.

dpa

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