Mördersuche mit DNA-Tests: Noch 20 Proben fehlen

Theres/Würzburg - Ein elfjähriges Mädchen wurde vor rund 40 Jahren missbraucht und umgebracht. Vor kurzem startete ein Massen-DNA-Test, der den Mörder enttarnen soll. Jetzt fehlen noch 20 Speichelproben.  

Die Suche nach dem Mörder eines elfjährigen Mädchens aus Unterfranken mit Hilfe eines Massen-Gentests geht in die entscheidende Phase. "Im Landkreis Haßberge und im Bereich Schweinfurt sind die Proben weitestgehend entnommen", sagte Polizeisprecherin Kathrin Reinhardt am Mittwoch der dpa. Allerdings fehlten noch rund 20 Speichelproben von Männern, die umgezogen waren - auch in andere Bundesländer. Diese würden zunächst noch eingeholt.

"Im nächsten Schritt wird das bayerische Landeskriminalamt in München die DNA abgleichen und vielleicht einen Treffer feststellen", sagte Reinhardt. Die Schülerin war zuletzt am 17. Mai 1971 an einem Baggersee bei Theres (Landkreis Haßberge) lebend gesehen worden. Zwei Tage später wurde ihre Leiche in einem Gebüsch entdeckt. Das Mädchen war sexuell missbraucht worden. Der Mörder konnte bislang nicht gefasst werden.

An ihrer Kleidung wurden DNA-Spuren einer männlichen Person gefunden. Mit dem größten Massen-Gentest der Region will die Polizei nun dem Täter auf die Spur kommen. Rund 100 Männer, die zum Tatzeitpunkt mindestens 14 Jahre alt waren, hatte die Polizei zur Speichelprobe aufgefordert. Wie die Polizei bereits Ende August mitteilte, seien nahezu alle vorgeladenen Männern zum Test erschienen. Nur einer nicht, weil er im Krankenhaus gelegen habe. Aus der Erbsubstanz DNA (Desoxyribonukleinsäure) in den Proben werden genetische Fingerabdrücke erstellt und mit den Spuren an der Kleidung verglichen. Wie lange das dauern wird, ließ die Polizeisprecherin am Mittwoch offen. Das hänge auch davon ab, wie viele aktuellere Fälle das Landeskriminalamt zu bearbeiten habe. 

dpa

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