Mord an Automechaniker - Neffe schweigt

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Thomas L. schwieg wie bereits im ersten Prozess

Regensburg - Die Leiche lag unweit des Straubinger Tierparks. Der Automechaniker war erdrosselt worden - laut Staatsanwaltschaft vom eigenen Neffen. Der 33-Jährige steht nun zum zweiten Mal vor Gericht.

Eine Feldarbeiterin findet die Leiche zwischen mannshohen Strohballen auf einem Acker bei Straubing. Der Automechaniker aus Bogen ist erdrosselt worden. Schnell gerät der Neffe des Opfers ins Visier der Fahnder. Er soll seinen Onkel vor mehr als fünfeinhalb Jahren aus Habgier getötet haben. Wegen Raubmordes muss sich der heute 33-Jährige seit Montag erneut vor dem Landgericht Regensburg verantworten. Laut Anklage hatte er es vor mehr als fünfeinhalb Jahren auf 2700 Euro Bargeld und das Handy seines Opfers abgesehen.

In einem ersten Verfahren war der Mann im Mai 2008 aus Mangel an Beweisen freigesprochen worden. Knapp ein Jahr später hob der Bundesgerichtshof (BGH) das Urteil auf und wies den Fall an das Landgericht zur Neuverhandlung zurück. Das Landgericht sei in seinem Urteil von Hypothesen ausgegangen, für die es nach der Beweisaufnahme keine oder nur unzureichende Anhaltspunkte gab, hieß es in der BGH-Begründung. Außerdem sei die Gesamtwürdigung der Indizien und Beweise fehler- und lückenhaft.

Auch im zweiten Verfahren machte der Angeklagte am Montag keine Angaben zur Sache. Somit muss sich die Strafkammer erneut mit den Indizien befassen. Demnach war der bereits wegen Diebstahls und Betrugs vorbestrafte Angeklagte erst kurz vor der Tat mit seiner Frau und seinem Kind aus Brasilien zurückgekehrt. Er hatte sich in einem Hotel in Straubing einquartiert und engen Kontakt zu dem späteren Opfer.

Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft war der damals 27-Jährige dabei, als sein Onkel einen Gebrauchtwagen für 2700 Euro verkauft hatte. Laut Anklage erdrosselte der damals Arbeitslose Ende Februar 2007 den 48-Jährigen von hinten und nahm das Bargeld sowie das Handy und die Wohnungsschlüssel des Opfer an sich.

Nach der Tat soll der Angeklagte einigen Gläubigern seine Schulden zurückgezahlt und mit dem erbeuteten Geld auch die Hotelrechnung beglichen haben. In den polizeilichen Vernehmungen hatte der Neffe des Opfers angegeben, er habe das Geld von seinen Schweizer Konten und einem spanischen Boxtrainer erhalten. Die Behauptungen erwiesen sich jedoch als falsch. Im ersten Verfahren hielten es die Richter für möglich, dass der Onkel seinem Neffen kurz vor der Tat eine größere Summe geliehen hatte.

In dem Verfahren sind insgesamt 13 Verhandlungstage angesetzt. Mit einem Urteil wird noch im November gerechnet.

dpa

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