Mord an Lotto-Verkäuferin: Brüderpaar angeklagt

Nürnberg - Ein Jahr nach dem gewaltsamen Tod einer Nürnberger Lotto-Verkäuferin hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen ein Brüderpaar erhoben. Nur einer von beiden ist geständig.

Nach dem gewaltsamen Tod einer Nürnberger Lotto-Verkäuferin am Karsamstag 2011 hat die Staatsanwaltschaft nun Anklage gegen ein Brüderpaar erhoben. Die 17 und 30 Jahre alten Geschwister sollen die betagte Ladeninhaberin bei einem Raubüberfall gemeinsam ermordet haben. Der Ältere streitet dies weiterhin ab. Der Jüngere räumte nach Angaben der Anklagebehörde vom Mittwoch inzwischen ein, gemeinsam mit seinem Bruder zur Tatzeit am Tatort gewesen zu sein - doch habe er das Geschäft verlassen, als die 76-Jährige noch lebte. Die Anklage legt den Brüdern noch andere Raubüberfälle zur Last.

Die Seniorin hatte den Tätern am frühen Morgen die Tür geöffnet, weil sie sie für Kunden hielt. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft schlug ihr daraufhin einer der beiden Brüder mit Wucht gegen den Kopf. Anschließend schleiften die beiden die Frau in den hinteren Teil des Ladens, fesselten und knebelten sie. Als die 76-Jährige sich wehrte, wurde sie erwürgt. Die Täter entkamen mit rund 130 Stangen Zigaretten.

Die bald darauf sichergestellte Beute führte die Ermittler zu den mutmaßlichen Tätern: Ihre Fingerabdrücke waren auf den Schachteln. Die Brüder sitzen seitdem in Untersuchungshaft. Die Ermittler werfen ihnen noch weitere Raubüberfälle in Nürnberg vor. So soll der Jüngere mit unbekannten Komplizen im August 2010 zwei Supermarkt-Mitarbeiter mit Reizgas besprüht, mit Elektroschockern traktiert und mit Schreckschusswaffen bedroht haben. Der Ältere habe die Tat geplant und Schmiere gestanden.

Kurz darauf sollen die beiden gemeinsam mit einer Mittäterin auf ähnliche Weise einen anderen Supermarkt überfallen haben - hier flüchteten sie wegen der Gegenwehr des Opfers jedoch ohne Beute. Der Ältere soll am Tag darauf ein Lottogeschäft überfallen und die 64 Jahre alte Verkäuferin mit Waffen bedroht und gefesselt haben. Auch der Raubüberfall auf die Verwaltungsangestellte einer Schule wird ihm zur Last gelegt. Für die Hauptverhandlung vor einer Jugendkammer hat die Staatsanwaltschaft 76 Zeugen und 8 Sachverständige benannt.

dpa

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