Mordprozess in Augsburg: Opfer war "treuer Ehemann"

Augsburg - Im Prozess um den gewaltsamen Tod eines 34-Jährigen haben Zeugen am Dienstag widersprüchliche Aussagen über das Opfer gemacht.

Die Ehefrau des Mannes und ihr Geliebter müssen sich seit Mitte September vor dem Landgericht Augsburg wegen Anstiftung zum Mord und Mordes verantworten. Der 41-Jährige Angeklagte soll dem Ehemann seiner Geliebten und Großcousine im September 2009 aufgelauert, ihn hinterrücks angegriffen und mit 27 Messerstichen getötet haben.

Arbeitskollegen des 34 Jahre alten Taxifahrers beschrieben ihn als netten und hart arbeitenden Kollegen. Auch die als Zeugin geladene erste Frau des Opfers sagte, dass er ein “liebevoller Mensch gewesen“ sei. Gleichzeitig berichtete sie davon, dass er Ende der 1990er Jahre wegen Drogenhandels verurteilt wurde und sie von seiner Familie schikaniert worden sei. Auch ein Freund des Mannes verstrickte sich in Widersprüche: Der 34-Jährige sei ein treuer Ehemann gewesen, sagte er. Gleichzeitig hatte der Zeuge bei einer Vernehmung gesagt, dass sein Freund gerne mal ins Bordell ging. Vor Gericht wollte er diese Aussage nicht wiederholen.

Ein Kollege des Opfers sagte zudem aus, der 34-Jährige habe dem Angeklagten eine größere Summe Geld geliehen. Am zweiten Prozesstag hatte der 41-Jährige den Sachverhalt jedoch genau andersherum beschrieben: Nicht er, sondern der Ehemann seiner Geliebten habe ihm mehrere zehntausend Euro geschuldet. Vereinbart sei gewesen, dass er am Tatabend das Geld wiederbekommen sollte. In seiner Aussage bestritt der Angeklagte zudem, dass er am Tatabend der Angreifer war. Vielmehr habe ihn der 34-Jährige attackiert, nachdem er ihm vom Verhältnis zu seiner Frau erzählt hatte.

Die mitangeklagte 32-Jährige blieb während der gesamten Verhandlung regungslos. Sie hatte zum Prozessbeginn ausgesagt, dass ihr Geliebter sie kurz vor der Tat angerufen und ihr von seinen Tötungsabsichten erzählt hatte. Sie gab zu, ihm daraufhin gesagt zu haben, wo die Küchenmesser und eine große Marmorvase in ihrer Wohnung zu finden waren. Beides benutzte der mutmaßliche Täter später als Waffe. Die beiden Angeklagten waren zur Tatzeit bereits seit fünf Jahren ein Liebespaar.

dpa

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