Mordversuch mit Tempo 80: Knast

Regensburg - Es war ein Mordversuch mit Tempo 80: Aus Eifersucht raste ein 41-Jähriger im Landkreis Cham mit seinem Wagen frontal in das Auto mit seiner Ex-Geliebten, ihrem Ehemann und der erwachsenen Tochter. Alle überlebten. Nun muss der Fahrer lange in Haft.

Der Zusammenstoß der beiden Fahrzeuge im oberpfälzischen Chamerau wirkt zunächst wie ein herkömmlicher Unfall - in Wirklichkeit war es ein Mordversuch. Aus Eifersucht und Rache hat ein 41-Jähriger am Straßenrand im vergangenen Sommer auf das Fahrzeug seiner Ex-Geliebten und deren Ehemann gewartet. Als der Molkereiarbeiter es entdeckte, raste er mit Tempo 80 frontal in den Wagen. Für die Attacke muss der Mann nun elfeinhalb Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht Regensburg verurteilte ihn am Freitag wegen dreifachen Mordversuchs.

Wie durch ein Wunder wurden weder das Ehepaar noch die erwachsene Tochter, die auf dem Beifahrersitz saß, allzu schwer verletzt. Der Familienvater hatte im letzten Moment die Gefahr erkannt und sein eigenes Fahrzeug abgebremst.

Das Regensburger Schwurgericht sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte sein Auto mit voller Tötungsabsicht gegen den Wagen der Familie gesteuert hatte. Der 41-Jährige hatte zum Prozessauftakt eingeräumt, sich wegen der Trennung nicht mehr unter Kontrolle gehabt zu haben. Eine Tötungsabsicht stritt er jedoch ab “Ich muss es wohl gewesen sein, kann mich aber an nichts erinnern.“

Die verhängnisvolle Affäre hatte 2006 begonnen. Im vergangenen Jahr zog das Liebespaar dann zusammen. Wenig später entschied sich die Frau aber doch für ihren Ehemann. In der Folgezeit bedrängte der Molkereiarbeiter die Frau immer mehr und verletzte diese sogar zweimal bei Rangeleien.

Der eigentliche Auslöser des Mordversuchs soll aber eine Äußerung der Eheleute über die Ehefrau des Angeklagten gewesen sein. “Ich wollte nur noch den Ehemann zur Rede zu stellen, weil er meine Ehefrau beleidigt hatte“, beteuerte der 41-Jährige in seiner Aussage vor Gericht. Dann sei plötzlich der ganze Ärger wieder hochgekommen und er habe an einer Gemeindestraße auf den Wagen der Familie gewartet. “Ich wollte den Mann zum Anhalten zwingen. Plötzlich habe ich den Knall des Airbags gehört.“

dpa

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