Mordversuch mit Milch: "Ich hab es getan"

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Die Angeklagte.

Würzburg - Vor dem Landgericht Würzburg muss sich vom heutigen Dienstag an eine Altenpflegehelferin wegen versuchten Mordes verantworten. Ungewöhnlich war die "Mordwaffe":

Mit vergifteter Milch wollte eine Altenpflegerin in Würzburg an ihrer Mitbewohnerin testen, ob sich die Mixtur zum Sterben eignet. “Ich habe es getan, wobei mir klar war, dass es keine tödliche Dosis war“, erklärte die 23-Jährige über ihren Verteidiger am Dienstag (29. Juni) vor dem Landgericht Würzburg.

Dort muss sich die junge Frau wegen Mordversuchs, gefährlicher Körperverletzung und versuchter gefährlicher Körperverletzung verantworten. Vor der Kammer bestritt die Angeklagte den Vorwurf der Staatsanwaltschaft, sie habe die damalige Studentin töten wollen. Auch entschuldigte sie sich bei dem Opfer. “Ich habe das zur Kenntnis genommen“, entgegnete die heute 21-Jährige.

“Wozu brauchten Sie noch ihre Mitbewohnerin als Versuchskaninchen?“, fragte ein Richter die Angeklagte am ersten Verhandlungstag. Schließlich habe sie die Wirkung des starkes Schmerzmittels, das sie im vergangenen Oktober in die Milchpackung des Opfers spritzte, bereits an Patienten beobachtet.

Mordversuch Testlauf für Selbstmord

Nach Erkenntnis der Staatsanwaltschaft litt die 23-Jährige zur Tatzeit enorm unter ihrer Körperfülle und fühlte sich unattraktiv. Als dann die gut aussehende Studentin bei ihr einzog, soll sie Neid und Hass verspürt haben. Der Verteidiger bestritt dies: Seine Mandantin habe weder Neidgefühle noch Ablehnung oder Hass empfunden. Die 23-Jährige habe vielmehr Selbstmordgedanken gehabt und sich einen schmerzlosen Tod gewünscht - daher der Test an der Mitbewohnerin.

Am 11. Oktober 2009 hat die Angeklagte nach eigenen Worten in die noch verschlossene Milchpackung das Schmerzmittel mit einer Spritze injiziert. Als das Opfer einen Milchkaffee trank, klagte es kurz darauf über Bauchschmerzen, Herzrasen, Schwindel und Brechreiz. Um den Verdacht von sich abzulenken und sich selbst zu töten, trank die Tatverdächtige laut Anklage ebenfalls von der Milch. Die Frauen kamen stationär in ein Krankenhaus.

Das Urteil gegen die 23-Jährige soll am 6. Juli verkündet werden.

dpa

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