Mordversuch auf Weihnachtsmarkt: Urteil

Regensburg - Es sollte ein friedlicher Christkindlmarkt werden, doch ein Gast machte stundenlang Ärger. Schließlich holte er aus seinem Auto ein Radkreuz und schlug drei Menschen nieder. Jetzt wurde das Urteil gesprochen:

Er prügelte im vergangenen Jahr auf einem Weihnachtsmarkt drei Menschen mit einem Radkreuz brutal nieder - dafür muss ein 39-Jähriger zehn Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht Regensburg verurteilte den Mann am Freitag wegen versuchten Mordes, zweifachen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung.

Täter wurde schon einmal verurteilt

Der leitende Mitarbeiter eines Autozulieferers war im niederbayerischen Bad Abbach (Landkreis Kelheim) mit dem eineinhalb Kilogramm schweren Werkzeug auf die Betreiber des Marktstandes losgegangen, wo er zuvor kein Bier mehr bekommen hatte. Ein Opfer wurde lebensbedrohlich verletzt. Die Strafkammer sprach davon, dass der 39-Jährige “zwei verschiedene Gesichter“ habe. Einerseits habe er ein intaktes Privatleben und großen beruflichen Erfolg, auf der anderen Seite falle er immer wieder durch aggressive Auseinandersetzungen auf. Vor drei Jahren war er bereits verurteilt worden, nachdem er alkoholisiert einen Taxifahrer angegriffen hatte.

Auf dem Christkindlmarkt hatte der Mann zunächst mit einem Mitarbeiter gefeiert. “Es wurde viel gebechert“, sagte der Vorsitzende Richter Werner Ebner. Im Laufe des Abends geriet der Angeklagte mehrmals mit anderen Besuchern aneinander. Als die Besitzer einer Bude den mit mehr als zwei Promille alkoholisierten Mann nicht mehr bedienen wollten, holte der 39- Jährige aus seinem geparkten Wagen das Radkreuz.

Brutale Schläge gegen den Kopf

Zunächst schlug er dem Sohn der Marktleute von hinten gegen den Schädel, dann erhielten die Eltern Schläge auf den Kopf. Nach seiner Festnahme prügelte der Mann sogar noch im Krankenhaus einer Schwester mit der Faust ins Gesichts. Richter Ebner sagte, dass der Angeklagte wohl für sich selbst und seine Angehörigen ein Rätsel sei. Der 39-Jährige habe eine narzistische Persönlichkeit, fühle sich deswegen leicht gekränkt und raste dann “aus geringsten, banalsten Anlässen“ aus. Der Kammervorsitzende empfahl dem Angeklagten, in der Haft dringend eine Therapie zu machen, sonst bleibe er wegen seiner “dunklen Seite“ eine Gefahr für die Allgemeinheit. Doch für eine Therapie müsse er erst einmal “von seinem hohen Ross herunterkommen“ und sich selbst in Frage stellen, meinte Ebner - und dazu sei der Angeklagte anscheinend noch nicht bereit.

Rubriklistenbild: © bernd

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