Bund Bairische Sprache

Dialektschützer kritisieren sprachlichen Einheitsbrei beim BR

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Bairisch statt Hochdeutsch - dafür setzt sich der Bund Bairische Sprache ein

München - Moderatoren beim Bayerischen Rundfunk sollen auch im Dialekt sprechen dürfen. Das fordert der „Bund Bairische Sprache“ zum Internationalen Tag der Muttersprache an diesem Sonntag. Dies sei Teil der regionalen Identität, so sein Vorsitzender Obermeier.

Der für die Dialektförderung bekannte „Bund Bairische Sprache“ wirft dem Bayerischen Rundfunk (BR) sprachlichen Einheitsbrei vor. „Sprachliche X-Beliebigkeit ist fad und ein schlechtes Markenzeichen“, sagte der Vorsitzende Sepp Obermeier am Freitag zum Internationalen Tag der Muttersprache, der an diesem Sonntag (21. Februar) gefeiert wird. „Durchgehende Spracherkennung sollte ein Markenzeichen beim BR sein.“ Sprecher des öffentlich-rechtlichen Senders müssten „auf einer Bandbreite von dialektal bis südlichem Hochdeutsch erkennbar sein“, so die Forderung des Vereins. Der BR wies den Vorwurf zurück.

„In einer globalisierten Welt kommt der regionalen Identität eine wachsende Bedeutung zu“, ist Obermeier überzeugt. Der „Bund Bairische Sprache“ erinnerte daran, dass der BR schon vor Jahren Laien-Moderatoren aus der allabendlichen Volksmusiksendung verbannt habe, weil sie Mundart gesprochen hätten. Er wundere sich daher nicht, dass „das tägliche Volksmusikstünderl“ im für jedermann analog zu empfangenden Programm Bayern-1 trotz Hörerprotesten nun komplett auf den Digitalkanal verlegt werde.

BR weist Vorwurf zurück

Eine BR-Sprecherin teilte mit, die Rundfunkanstalt lege großen Wert auf die Pflege der Mundarten. Bayerische Klangfarben seien in den Programmen selbstverständlich - im Hörfunk wie im Fernsehen. „Wir erwarten auch von unseren professionellen Sprecherinnen und Sprechern, dass sie mindestens einer bayerischen Mundart mächtig sind.“ Das könne das Publikum nachhören. So sei etwa auf „BR Heimat“ die landsmannschaftliche Zugehörigkeit der Moderatoren in allen Volksmusiksendungen und in jeder moderierten Strecke zu hören.

„Klar ist aber auch, dass trotz der Vielfalt in Bayern eine Radiostimme auch im gesamten Flächenstaat verstehbar sein muss und nicht nur in einem einzelnen Landkreis“, so die Sprecherin. „Der Bayerische Rundfunk hat eine Integrationsfunktion für den gesamten Freistaat, in dem fränkische Mundarten gleichberechtigt neben Schwäbisch/Alemannisch oder eben Altbairisch stehen.“

Hoffnungsschimmer und Rückschläge bei der Dialektpflege

Kritiker Obermeier sieht aber auch einen Hoffnungsschimmer. Nahe der bayerisch-tschechischen Grenze sprächen bei einem Pilotprojekt in einer Kindergartengruppe mindestens 60 Prozent der Kleinen und der Erzieherinnen Dialekt. „Sie können bewusst die Mundart weitergeben und wollen dies auch.“ In Regensburg hätten sich hingegen Akademikereltern von Vorschulkindern ratsuchend an den „Bund Bairische Sprache“ gewandt, weil ihrem daheim dialektsprechenden Nachwuchs „das noch zarte, liebevoll gehegte Pflänzlein Muttersprache an der Kindergartengarderobe rigoros ausgerissen wird“.

Der Internationale Tag der Muttersprache wurde von der Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur, der Unesco, ausgerufen. Er wird seit 2000 jährlich am 21. Februar begangen. Der „Bund Bairische Sprache“ setzt sich für den Erhalt der Dialekte ein. Er vergibt jedes Jahr die undotierte Auszeichnung „Sprachwurzel“ an Menschen, die auch im öffentlichen Raum Dialekt sprechen.

dpa

Lesen Sie auch: Am morgigen Samstag erscheint die Ausgabe der tz komplett auf Bairisch.

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