Nur ein Kind soll Schmerzensgeld bekommen

Kindern Mund zugeklebt: Ermittlungen eingestellt

Wertheim - Die Erzieherinnen, die in einem Kindergarten in Wertheim einigen aufsässigen Schützlingen den Mund zugeklebt hatten, kommen wohl straffrei davon. Der Staatsanwalt hat seine Ermittlungen eingestellt.

Mit Klebestreifen haben eine Kindergartenleiterin und eine Erzieherin in Wertheim spuckenden und schreienden Kindern in vier Fällen den Mund zugeklebt.  

Das sei als Disziplinierungsmaßnahme gedacht gewesen, teilte die Staatsanwaltschaft Mosbach am Dienstag mit.

Die Ermittlungen wegen Verdachts der Körperverletzung wurden aber weitestgehend eingestellt: Die handelsüblichen durchsichtigen Klebestreifen hätten sich schmerzfrei wieder lösen lassen oder gar von selbst gelöst. „Teilweise hatte der Klebestreifeneinsatz die betroffenen Kinder offenbar überhaupt in keinster Weise beeindruckt“, erklärte die Staatsanwaltschaft.

Nur einem Kind muss die Leiterin des Kindergartens Schmerzensgeld zahlen, weil es berichtet hatte, seine Atmung sei durch die Klebestreifen minimal beeinträchtigt gewesen. Wenn das Amtsgericht Wertheim zustimmt, wird das Ermittlungsverfahren anschließend auch in diesem Fall eingestellt.

dpa

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