Nach 14 Jahren geschasst

Museumschefin kämpft vor Gericht gegen Kündigung

Schweinfurt - Wegen einer "Vielzahl von Verletzungen" in ihrer Zeit als Museumsdirektorin in Schweinfurt ist Sigrid Bertuleit gefeuert worden. Dagegen geht sie nun vor - vor Gericht.

Im Streit um die fristlose Kündigung der Leiterin des Schweinfurter Museums Georg Schäfer ist eine gütliche Einigung vor Gericht zunächst gescheitert. Die Kunsthistorikerin Sigrid Bertuleit sei durch die Kündigung tief getroffen, sagte ihr Anwalt Klaus Aumüller am Freitag bei einer Güteverhandlung. „Sie hat dieses Museum als ihr Werk angesehen.“ Deshalb sehe er zum jetzigen Zeitpunkt keine Verständigung. Der Anwalt der Stadt Schweinfurt betonte, die Kündigung von Anfang Mai sei nicht mit fachlichen Mängeln, sondern mit dem Verhalten Bertuleits gegenüber ihrem Arbeitgeber begründet.

Bertuleit hatte dagegen geklagt. Sie führt das Museum seit seiner Eröffnung im Jahr 2000. Das Haus zeigt die renommierte Sammlung des Industriellen Georg Schäfer, die vor allem deutsche Kunst des 19. Jahrhunderts umfasst. Ihre Entlassung sorgte im Umfeld des Museums für Kritik. Das Verhältnis zum Rathaus gilt als schon länger belastet, auch weil Bertuleit mehrfach die Ausstattung des Hauses kritisierte.

„Wir wissen, dass sie gute Arbeit gemacht hat“, sagte der Vertreter der Stadt. Aber: „Wir haben eine Vielzahl von Verletzungen.“ Die Kunst sei das eine, die Treuepflicht des Arbeitnehmers das andere. Das Arbeitsgericht setzte einen Streittermin für Mitte September an. Richter Hanns-Christian Loy warb für eine gütliche Einigung. „Eine weitere Zusammenarbeit kann ich mir nicht vorstellen“, sagte er.

dpa

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