Brandursache noch nicht abschließend geklärt

Nach Feuer-Drama: Alle Verletzten außer Lebensgefahr

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Helfer räumen am 24.05.2015 ein zum Gästehaus umgebautes Bauernhaus in Schneizlreuth bei Berchtesgaden (Bayern).

Schneizlreuth - Nach dem Feuer-Drama mit sechs Toten in einem Gästehaus in Schneizlreuth laufen die Ermittlungen zur Brandursache auf Hochtouren. Die gute Nachricht: Alle Verletzten sind inzwischen außer Lebensgefahr.

Nach dem verheerenden Brand in einem Gästehaus im oberbayerischen Schneizlreuth befinden sich die sieben Verletzten nicht in Lebensgefahr. Wie ein Polizeisprecher am Montag sagte, erlitten zwei Männer schwere Verletzungen. Drei Männer und zwei Frauen wurden mittelschwer verletzt.

Zwei der sieben Schwerverletzten wurden aufgrund schwerer Brandverletzungen in Spezialkliniken behandelt. Nach Angaben der Polizei hatten die anderen Verletzten Rauchgasvergiftungen, Prellungen und Knochenbrüche erlitten. Ob sie sich am Montag noch im Krankenhaus befanden, war zunächst unklar.

Bei dem Brand am frühen Samstagmorgen kamen sechs Männer ums Leben. Ihre Leichen wurden zur Obduktion nach München gebracht. Die Opfer konnten noch nicht zweifelsfrei identifiziert werden. Dies sollte nach Angaben des Sprechers durch DNA-Analysen erfolgen. Die Männer im Alter zwischen 30 und 40 Jahren stammten aus Niederbayern.

Auch die Ermittlungen zur Brandursache waren noch nicht abgeschlossen. Gutachter wollten im Laufe dieser Woche erneut den Brandort untersuchen, sagte der Polizeisprecher. Vermutlich hat ein technischer Defekt an einer elektrischen Anlage das Feuer in dem umgebauten Bauernhof ausgelöst. Hinweise auf eine vorsätzliche Brandstiftung unter Verwendung von Brandbeschleunigern gab es laut Polizei nicht. Der Sachschaden wurde auf bis zu 800.000 Euro geschätzt.

Großbrand in Schneizlreuth - Bilder

Großbrand in Schneizlreuth - Bilder

Verheerende Brände in Deutschland

Trotz strenger Sicherheitsvorschriften gibt es in Deutschland immer wieder folgenschwere Brandkatastrophen. Ursache ist in vielen Fällen ein technischer Defekt, Fahrlässigkeit oder Brandstiftung. Beispiele aus den vergangenen Jahren:

  • März 2013: Bei einem Wohnungsbrand in Backnang (Baden-Württemberg) kommen eine Frau und sieben ihrer Kinder im Alter von sechs Monaten bis 17 Jahren ums Leben. Nach Ansicht der Ermittler verursachten Hausbewohner das Feuer versehentlich selbst.
  • November 2012: Bei einem Feuer in einer Behindertenwerkstatt in Titisee-Neustadt (Baden-Württemberg) sterben 13 behinderte Menschen und eine Betreuerin.
  • August 2012: Bei einem Wohnungsbrand in Saarbrücken sterben zwei Zwillingsjungen im Alter von drei Jahren sowie zwei fünf und sieben Jahre alte Mädchen. Die Eltern und ein Baby kann die Feuerwehr retten. Kerzen und Tabakreste auf einem Teller sollen den Brand ausgelöst haben.
  • Juni 2012: Eine Mutter und ihre beiden Kinder werden in Bad Gandersheim (Niedersachsen) getötet, als es wegen einer überhitzten Mehrfachsteckdose zu einem Brand kommt. Die 41-Jährige und ihre ein und drei Jahre alten Kinder sterben an Rauchgasvergiftungen.
  • Januar 2012: Bei einem Feuer in einem Einfamilienhaus in Aachen sterben drei Kinder. Die Jungen im Alter von zwei bis fünf Jahren hatten nach Ermittlungen von Sachverständigen im Kinderzimmer unter dem Dach gezündelt.
  • Oktober 2011: Beim Brand eines Bauernhofs in Argenbühl (Baden-Württemberg) werden ein elfjähriger Junge und seine vierjährige Schwester getötet. Ihr Vater wird bei Rettungsversuchen schwer verletzt.
  • September 2009: Ein Sechsjähriger löst beim Spielen mit Feuer in Duisburg einen Brand aus. Drei Kinder und die Mutter des Jungen sterben in den Flammen. Der Sechsjährige überlebt.
  • Februar 2008: Ein Feuer in einem Wohnhaus in Ludwigshafen (Rheinland-Pfalz) kostet neun Frauen und Kinder das Leben. Die Brandursache bleibt ungeklärt.
  • August 2005: Neun Menschen sterben in Berlin, als ein zwölf Jahre alter Junge in einem Treppenhaus zündelt. Er hatte den Ermittlungen zufolge im Hausflur in der Nähe von Kinderwagen mit Papier gekokelt.
  • Dezember 1986: Eine Explosion in einem Sporthotel in Garmisch-Partenkirchen (Bayern) führt zu einem Brand, dem elf Menschen zum Opfer fallen.

dpa/AFP

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