Nach 14 Jahren in Bayreuth

Richard Wagners Klavier zurück in Leipzig

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Die Kuratorin des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig, Kerstin Sieblist, vor Richard Wagners Kompositionsklavier.

Bayreuth - Nach 14 Jahren in Bayreuth ist ein Klavier von Richard Wagner in dessen Geburtsstadt Leipzig zurückgekehrt. Der Streit um die Eigentumsrechte ist aber noch nicht beendet.

Jahrelang wurde darum gestritten, nun ist Richard Wagners Kompositionsklavier wieder in Leipzig. Seit Donnerstag ist es in der Ausstellung „Wagnerlust & Wagnerlast“ im Stadtgeschichtlichen Museum zu sehen. Richard Wagner wurde vor 200 Jahren in Leipzig geboren. Den runden Geburtstag feiert die Stadt mit einem Festjahr. Die Rückkehr des Klaviers sei spät, aber nicht zu spät, um es bis zum Ende der Ausstellung am 26. Mai noch dort zu zeigen, sagte Leipzigs Kulturbürgermeister Michael Faber (parteilos).

Instrument war verliehen worden

In den vergangenen 14 Jahren befand sich das Tafelklavier in Bayreuth. Das Leipziger Museum hatte das wertvolle Instrument für zehn Jahre an die Wagner-Stiftung verliehen. Nach Ablauf der Leihfrist gab die Stiftung das Klavier aber wegen einiger Zweifel an den Eigentumsrechten nicht zurück. Der Direktor des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig, Volker Rodekamp, sagte, dies sei ein Vorgang, der die deutsche Museumslandschaft in ihren Grundfesten beschädigt habe. Rodekamp ist auch Präsident des Deutschen Museumsbundes.

Rechtsstreit um Klavier

Um die Eigentumsrechte an dem Klavier begann ein Rechtsstreit, in den sich auch Wagner-Urenkelin Iris einschaltete. Einen erst vor kurzem geschlossenen Vergleich zwischen den drei Parteien widerrief sie. Die Stiftung hielt sich dennoch an die Abmachung, das Klavier nach Leipzig zu schicken. Nun muss sich das Oberlandesgericht in Dresden erneut mit dem Zwist befassen.

Geschenk von König Ludwig II.

Das Tafelklavier war ein Geschenk des Wagner-Mäzens König Ludwig II. von Bayern. Es wurde im Hause Bechstein gefertigt. Die Sonderanfertigung war ein Klavier, das gleichzeitig als Schreibtisch fungierte. Diese Teile sind allerdings nicht mehr erhalten. Wagner arbeitete hier unter anderem an den „Meistersingern“, dem 3. Aufzug von „Siegfried“, der „Götterdämmerung“ und „Parsifal“.

dpa/lby

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