Er brachte in den 1960er-Jahren fünf Menschen um

Nach 50 Jahren Haft: "Mittagsmörder" wieder frei

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Der Mittagsmörder Klaus G. rennt bei einer Tatortbegehung im September 1965 vor Schaulustigen davon, die ihn wüst beschimpfen.

Nürnberg - Wegen fünffachen Mordes saß ein heute 74 Jahre alter Mann fast 50 Jahre lang in Haft. Jetzt ist er wieder ein freier Mann.

Fast ein halbes Jahrhundert verbrachte er hinter Gefängnismauern, nun ist der sogenannte Mittagsmörder wieder auf freiem Fuß. Ein Sprecher des Justizministeriums in München bestätigte am Donnerstag einen entsprechenden Bericht der „Bild“-Zeitung. Weitere Einzelheiten nannte das Ministerium nicht.

Der heute 74 Jahre alte Mann durfte das Gefängnis in Straubing auf Bewährung verlassen. Er hatte in den 1960er-Jahren fünf Menschen im Großraum Nürnberg umgebracht - und zwar stets um die Mittagszeit. 1967 sprach das Landgericht Nürnberg-Fürth den damals 26-Jährigen wegen fünffachen Mordes und besonders schweren Raubes schuldig. Bereits zwei Jahre zuvor war er in Untersuchungshaft gekommen. Es dürfte kaum einen anderen Häftling geben, der so lange im Gefängnis gesessen hatte.

Seine Versuche, freizukommen, waren bis 2012 stets gescheitert. Die Justiz schätzte das Risiko, dass der Mann erneut ein Verbrechen begehen könnte, als zu hoch ein. Vor drei Jahren entschied das Nürnberger Oberlandesgericht (OLG) jedoch, dass die Haftstrafe zum 1. März 2015 zur Bewährung ausgesetzt wird. Deshalb kam der Mann nun frei.

Der verurteilte Mann hatte 2012 in einem Leserbrief an die „Hersbrucker Zeitung“ beteuert, er habe sich seit den Taten „vollkommen geändert“. Er bereue sie zutiefst. Die Opfer und ihre Angehörigen täten ihm leid.

Ein OLG-Sprecher hatte den Fall als „relativ einmalig“ bezeichnet und erklärt, der 74-Jährige werde nach seiner Freilassung in einem betreuten Männerheim unterkommen. In den vergangenen Jahren war der Mann auf ein Leben in Freiheit und auf die Veränderungen im Alltag in den vergangenen fünf Jahrzehnten vorbereitet worden.

dpa

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