Im fränkischen Haßfurt

Nach Listerienfund: Produktion in fränkischer Metzgerei steht still

Haßfurt - Bahnt sich der nächste Listerien-Skandal in Bayern an? Eine Metzgerei in Unterfranken, in der am Samstag Listerien-Keime gefunden wurden, muss ihre Produktion bis auf Weiteres einstellen.

Wie das zuständige Landratsamt am Montag mitteilte, nahmen Kontrolleure des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) Proben in der Metzgerei im unterfränkischen Haßfurt. Erst wenn diese sich als unauffällig herausstellen, darf weiter produziert werden. Nach Angaben des LGL dauern die mikrobiologischen Untersuchungen im Labor in Erlangen voraussichtlich bis Anfang nächster Woche.

Der Hersteller hatte die Lebensmittel-Bakterien am Samstag selbst in einer Charge Rohpolnische, einer Mettwurst-Art, entdeckt und dem Landratsamt gemeldet. Daraufhin waren alle Bestände an sogenannten schnell gereiften Rohwürsten vernichtet worden. Der Produktionsraum wurde grundlegend gereinigt. Die Metzgerei mit vier Angestellten besitzt nur ein Ladengeschäft und produziert dort auch. Überregional vertreibt sie ihre Waren nicht.

Listerien treten vor allem in rohem Fleisch oder rohen Wurstwaren auf und können bei immungeschwächten Menschen, Kleinkindern oder Schwangeren zu schweren Krankheiten führen. Auch Weichkäse oder Räucherfisch können betroffen sein. Insbesondere können sich Listerien auch im Kühlschrank vermehren. Braten und Durcherhitzen von Lebensmitteln tötet die Keime ab.

Ende Mai hatten die Gesundheitsbehörden ein Betriebs- und Vertriebsverbot für die Großmetzgerei Sieber in Geretsried (Oberbayern) erlassen, nachdem in Sieber-Produkten Listerien gefunden worden waren. Zudem wurde deutschlandweit der Rückruf sämtlicher Produkte veranlasst. Das Unternehmen musste daraufhin Insolvenz anmelden.

dpa

Rubriklistenbild: © Götzfried

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