Nach Truppenabzug will Stadt zuschlagen

Bamberg - Die Stadt Bamberg will die nach dem Abzug der US-Truppen freiwerdenden Flächen selbst kaufen und damit das Feld nicht Investoren überlassen.

„Unser Ziel ist es, die Flächen komplett zu bekommen“, sagte Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) am Mittwoch in einer Sondersitzung des Stadtrates. Die Konversion der bislang militärisch genutzten Fläche sei eine Chance für die Stadt, betonte er.

Anfang Februar hatte die US-Armee bekanntgegeben, ihre bayerischen Standorte Schweinfurt und Bamberg aufgeben zu wollen. Grafenwöhr muss schmerzliche Einschnitte verkraften. Bis zum Herbst 2014 wollen die Soldaten und ihre Angehörigen Bamberg komplett verlassen haben, wie Starke dem Stadtrat mitteilte. Erst dann gehe das Arreal an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) über, die dann für die Vermarktung der Fläche und der Gebäude verantwortlich ist.

Den Verantwortlichen im Bamberger Rathaus schwebt für die künftige Nutzung der Militärflächen die Errichtung eines neuen Stadtteils vor. Wohnraum, Gewerbeflächen und Grünflächen sollen entstehen. Damit könne es gelingen, derzeitige Defizite auszugleichen, betonte Starke. In Bamberg ist vor allem der Wohnraum knapp: Gerade viele Studenten suchen oft händeringend nach Unterkünften. Zu Beginn des Wintersemesters war die Situation so angespannt, dass sich sogar der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick in die Diskussion einschaltete und bezahlbaren Wohnraum für Studenten, Auszubildende und junge Familien forderte.

Auf dem 450 Hektar großen Gelände sind derzeit rund 3000 Soldaten stationiert. Dazu hat die US-Armee noch etwa 370 Zivilbeschäftigte in Bamberg. „Wir sind uns der Verantwortung für diese Beschäftigten bewusst“, sagte Starke. Der Arbeitsmarkt der Stadt sei robust, es gebe gute Chancen, für diese Menschen andere Arbeitsplätze zu finden.

dpa

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