Ernsthafte Probleme befürchtet

Nachwuchssorgen bei Katastrophenschützern

München - Den Katastrophenschützern in Bayern geht der Nachwuchs aus. Dies könne bald zu ernsten Problemen führen, warnt das Bayerische Rote Kreuz (BRK).

Den Katastrophenschützern in Bayern geht der Nachwuchs aus. Dies könne bald zu ernsten Problemen führen, warnt das Bayerische Rote Kreuz (BRK). „Seit dem Wegfall des Zivildienstes fehlen landesweit jedes Jahr bis zu 3000 Nachwuchskräfte“, sagte der BRK-Geschäftsführer Leonhard Stärk der Nachrichtenagentur dpa in München. Schon jetzt stießen die Einsatzkräfte an ihre Grenzen, wie der große Stromausfall in München Mitte November 2012 gezeigt habe.

In Bayern gibt es nach BRK-Angaben etwa 150 000 hauptamtliche und freiwillige Helfer. An diesem Samstag wollen etwa 700 Experten beim 8. Bayerischen Katastrophenschutz-Kongress in Weiden über die veränderten Aufgaben der Einsatzkräfte diskutieren.

„Es gibt schon jetzt Szenarien, die uns vor erhebliche Probleme stellen würden“, sagte Stärk. Gegen eine atomare Bedrohung seien die Einsatzkräfte beispielsweise nicht ausreichend vorbereitet. Auch zwei gleichzeitig auftretende Szenarien könnten nicht ohne weiteres bewältigt werden. „Mit einer Flutkatastrophe oder einem Starkregen mit gleichzeitigem Stromausfall würden wir große Probleme haben“, erläuterte der BRK-Geschäftsführer.

Noch sei der Katastrophenschutz in Bayern gut aufgestellt, betonte Stärk. „In den Ballungsräumen ist es aber schon jetzt schwierig, Nachwuchs zu bekommen.“ Der Leistungsdruck in der Schule und im Studium halte immer mehr junge Menschen von einem Ehrenamt ab. „Die Zeit reicht vielmals nicht mehr aus.“ Stärk forderte mehr Anerkennung von Gesellschaft, Politik und Arbeitgebern: „So sollte der freiwillige Einsatz bei der Wartezeit auf ein Studium stärker berücksichtigt werden.“

Auch die technische Ausstattung der Katastrophenschützer müsse verbessert werden, forderte der 54-Jährige. So müsse auch über den Einsatz sogenannter Drohnen nachgedacht werden. Diese unbemannten Aufklärungsflieger könnten bei der Erkundung eines Einsatzgebietes aus der Luft wichtige Informationen geben.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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